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licher Arbeitskräfte. Diese Ziffern muss man den obenbereits genannten Ziffern der erwerbstätigen Bevölkerung desReiches gegenüberstellen, die für 1895 18,9 Millionen, für 190724,6 Millionen ergab. Im Jahre 1895 kam also auf jedeerwerbstätige Person nicht viel mehr als je ein durch Dampf-maschinen dargestelltes Aequivalent menschlicher Arbeits-kraft; aber während von 1895 bis 1907 sich die erwerbs-tätigen Personen um 5,7 Millionen vermehrten, erfuhren diePferdekräfte der deutschen Dampfmaschinen einen Zuwachsvon 2 800 000, so dass im Jahre 1907 auf je eine erwerbs-tätige Person etwas mehr als zwei durch Dampfkraft dar-gestellte Arbeitsäquivalente entfielen.
In Wirklichkeit ist die Steigerung der maschinellenArbeitsleistung eine noch wesentlich stärkere, als in diesenZiffern zum Ausdruck kommt. Denn während der Dampfbis in das letzte Viertel des 19. Jahrhunderts hinein nebenden wenig intensiv ausgenutzten Wasserkräften so gutwie ausschliesslich die Kraftquelle für motorische Zweckedarstellte, hat die Entwicklung der elektrischen Industrie unddie Erfindung und Vervollkommnung der Explosionsmotorenin den fünfundzwanzig Jahren, die uns beschäftigen, derDampfkraft einen neuen, sich rasch entwickelnden Wett-bewerb zur Seite gestellt.
Der elektrische Strom, von dem während des letztenVierteljahrhunderts die Umwälzung der motorischen Technikausging, fand zuerst und lange Zeit hindurch nur in derSchwachstromtechnik Verwendung. Der Anfang wurde ge-macht mit der Erfindung des elektrischen Telegraphen inden 30 er Jahren des 19. Jahrhunderts, der erst drei Jahr-zehnte später die Erfindung des Telephons und erst in derallerjüngsten Zeit die Erfindung des drahtlosen Telegraphenund Telephons folgte. An der Erfindung, der Vervoll-kommnung und praktischen Anwendung von Telegraph und