Druckschrift 
Deutschlands Volkswohlstand 1888 - 1913 / von Karl Helfferich
Entstehung
Seite
104
Einzelbild herunterladen
 

104

Arbeiterversicherung, die innerhalb des letzten Vierteljahr-hunderts stark gewachsen sind, bereits abgerechnet sind. Diedurchschnittlichen Ausgaben für die verschiedenen Zweige derArbeiterversicherung stellten sich im Ruhrbergbau im Jahre1912 auf 204 Mark pro Kopf.

Die Steigerung des Lohneinkommens in Deutschland wird noch deutlicher durch einen Vergleich mit England.

Der durchschnittliche Jahresverdienst des Kohlenberg-arbeiters betrug im Jahre 1900 in England 1732 Mark, imdeutschen Ruhrgebiet 1332 Mark; im Jahre 1912 dagegen inEngland 1622 Mark, im Ruhrgebiet 1586 Mark. Dabei sinddie deutschen Löhne Nettolöhne, während der britische Berg-arbeiter aus seinem Lohn noch alle Beiträge für die verschie-denen Versicherungen zu tragen hat, mit Ausnahme von 20 Markpro Kopf, die dem Unternehmer im Jahre als durchschnitt-licher Beitrag zur Unfallversicherung zur Last fielen. Rechnetman für 1912 dem durchschnittlichen Lohn des englischenKohlenbergarbeiters diese 20 Mark, demjenigen des deutschendie oben angegebenen 204 Mark an Versicherungsbeiträgenhinzu, so ergibt sich für England ein Durchschnittslohn von1642 Mark, für das deutsche Ruhrgebiet von 1790 Mark.Die Differenz zugunsten des deutschen Arbeiters betrug also1912 etwa 148 Mark, während sie sich noch für 1900,gleichfalls unter Berücksichtigung der damaligen Versiche-rungsbeiträge, auf etwa 278 Mark zugunsten des englischenArbeiters gestellt hatte.

Diese Entwicklung beschränkt sich natürlich nicht aufden Kohlenbergbau, sondern kehrt in ähnlicher, wenn auchnicht überall in gleich ausgeprägter Weise, in den übrigenZweigen der Volkswirtschaft wieder.

Wenn nun das gegenwärtige Jahreseinkommen desdeutschen Volkes auf die Summe von 40 Milliarden Mark