Aufsatz in einer Zeitschrift 
"Inseln im Meer des Beliebigen" : Architektur und Implementierung eines Internetportals Deutsch-jüdische Periodika
Entstehung
Seite
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»Inseln im Meer des Beliebigen«69lehnen, ist der»Außenseiterstatus« der die Zeichen der Zeit verkennen-den»Verächter und Verweigerer« längst evident geworden.10Kein Wis-senschaftler, der die Effizienz von Personal Computer und World WideWeb erkannt hat, will fortan auf diese Arbeitshilfen verzichten. Nur dieletzten standhaften Verteidiger einer überkommenen Buchdruckroman-tik leugnen heute noch das Faktum, dass auch Gutenbergs revolutionärerQuantensprung in erster Linie einetechnologischeLeistung darstellte, de-ren Ergebnis ­ zunächst als Teufelswerk verschrien ­ innerhalb kurzerZeit fest in den frühneuzeitlichen Wissenschaftsalltag integriert wurde,diesen gar allererst konstituiert hat.11Die Grundsatzdebatte kann angesichts jüngerer bildungs- und for-schungspolitischer Entscheidungen, die sich frühen DFG-Empfehlungenanschließen und auf den nachhaltigen Ausbau der digitalen Informati-onsversorgung drängen, als beendet gelten.12In Anbetracht der voll imGange befindlichen»Umgestaltung der wissenschaftlichen Informations-landschaft«,13die ­ wie Eli M. Noam 1995 prophezeite ­ die klassischenStrukturen der universitären Wissensvermittlung tief greifend wandelnwird,14gewinnt die oft als>Technophobie< getadelte Skepsis der Geistes-wissenschaftler allerdings neuerlichen Auftrieb. Der Ursprung dieser pes-simistisch-misstrauischen Haltung ist genauer zu lokalisieren: Als>Angstvor dem Unbekannten< oder»mangelnde Informationskompetenz beiden Nutzern«15ist diese aus Unsicherheit und Unkenntnis resultierende10Rainer Baasner: Digitalisierung ­ Geisteswissenschaften ­ Medienwechsel? Hypertextals fachgerechte Publikationsform. In: Jahrbuch für Computerphilologie 1(1999).<http://computerphilologie.uni-muenchen.de/jahrbuch/jb1/baasner.html>(22.1.2004).11Vgl. hierzu ausführlich Michael Giesecke: Der Buchdruck in der frühen Neuzeit. Einehistorische Fallstudie über die Durchsetzung neuer Informations- und Kommunikati-onstechnologien. Mit einem Nachwort zur Taschenbuchausgabe 1998. Frankfurt a. M.:Suhrkamp 1998(Suhrkamp Taschenbuch Wissenschaft, 1357).12Vgl. das DFG-Memorandum zur»Weiterentwicklung der überregionalen Literaturver-sorgung«<http://www.dfg.de/aktuelles_presse/reden_stellungnahmen/download/memo.pdf>(22.1.2004) und die»Empfehlungen zur digitalen Informationsversorgungdurch Hochschulbibliotheken« des Wissenschaftsrats vom 13. Juli 2001<http://www.wissenschaftsrat.de/texte/4935-01.pdf>(22.1.2004) sowie das Positionspapier»Infor-mation vernetzen ­ Wissen vernetzen« des Bundesministeriums für Bildung und For-schung vom September 2002<http://www.bmbf.de/pub/information_vernetzen-wissen_aktivieren.pdf>(22.1.2004).13Sigrun Eckelmann: Förderschwerpunkte der DFG im Bereich digitaler Bibliotheken,S. 24.(Fußnote 1).14Vgl. Eli M. Noam: Electronics and the Dim Future of the University. In: Science 270(Oktober 1995), S. 247-249.<http://www.uta.fi/FAST/JH/noam.html>(22.1.2004).15BMBF-Studie zur Zukunft der wissenschaftlichen Information. Pressemitteilung desBundesministeriums für Bildung und Forschung vom 16.9.2002 anlässlich der Vorstel-