»Inseln im Meer des Beliebigen«87gaben sind erst zu aktualisieren, wenn der Bearbeiter in ein neues Heft,einen neuen Jahrgang oder ein neues Periodikum wechselt. Die zentraleVerwaltung aller personen- und körperschaftsbezogenen Angaben, dienach einmaliger Erfassung an allen Standorten in Form von Auswahlli-sten zur Verfügung stehen, optimiert die Ergonomie und Effizienz desProduktionsverfahrens. Zugleich wird auf diesem Weg die einheitlicheDatenerfassung und die Homogenität des Datenbestands gesichert einFaktor, dem vor allem in einem Projekt mit verteilten Standorten im-mense Bedeutung zukommt. Insgesamt konnten auf diese Weise inner-halb von knapp drei Jahren circa 60.000 Einzelbeiträge beziehungsweiserund 6.000 Personen- und Körperschaftsangaben katalogisiert und zurRecherche freigegeben werden(Stand: Januar 2004).Ein webbasiertes Eingabeinterface mag im Vergleich zu einer fest amindividuellen Arbeitsplatz installierten Softwarelösung einige Nachteileaufweisen. So sind zum Beispiel der technische Funktionsumfang unddie ergonomischen Möglichkeiten eines lokalen Erfassungstools wenigerlimitiert, als dies bei einer Eingabeplattform der Fall ist, die über einenInternet-Browser angesteuert wird. Unter Umständen spricht jedoch ge-rade diese Alternative für ein Web-Interface: Die Datenbank kann nichtnur an jedem Ort der Welt genutzt werden dies leistet auch jede mo-derne Erfassungssoftware , die beteiligten Personen und Institutionenkönnen vor allem ohne jedwede Anpassung ihres lokalen Systems arbei-ten. Ein Wechsel des Rechnertyps, den eine Software eventuell voraus-setzt, ist ebenso unnötig wie etwaige Umstellungen oder Aktualisierun-gen der individuellen Betriebssysteme. Die retrospektive Katalogisierungvon Bibliotheks- und Archivbeständen kann mit Hilfe internetbasierterEingabeinterfaces quasi voraussetzungslos von verteilten Standortenaufgenommen werden, wobei auch der anfallende Entwicklungs- undlaufende Wartungsaufwand vergleichsweise gering wäre und keine Li-zenzgebühren anfielen. Der Preis, der im Zuge einer solchen Entschei-dung zu entrichten ist, besteht im Verzicht,allein einem Projekt anfal-lenden Aufgaben aufeinerintegralen Plattform zu lösen. Grafiken undVolltexte mit einem Tool, bibliographische Kerndaten hingegen mittelseiner Internetmaske in die Datenbank einzuspeisen, bedeutet, dass imErgebnis kongruente Arbeitsabläufe separiert werden. Die später erfor-derliche Synthese der verschiedenen Datenmengen ist unter verfahrens-technischen Aspekten selten ohne Reibungsverluste zu bewerkstelligen,wobei der vielleicht nur geringfügig höhere Arbeitsaufwand wenigerschwer wiegt als die Preisgabe der technischen Homogenität und Effi-zienz.
Aufsatz in einer Zeitschrift
"Inseln im Meer des Beliebigen" : Architektur und Implementierung eines Internetportals Deutsch-jüdische Periodika
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87
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