88Schicketanz/HeiligenhausDie Diskussion der Vor- und Nachteile, die eine konkrete technologi-sche Fragestellung nach sich zieht, verdeutlicht einen entscheidendenPunkt: Digitalisierungsinitiativen stecken ein Terrain ab, auf dem gegen-wärtig noch intensiv>experimentiert< werden muss, um effiziente undverbindliche Produktionskonzepte zu entwickeln.38Digitalisierungspro-jekteentwerfen, erproben und evaluieren Design- beziehungsweise Pro-duktionsstrategien, um ihre Erfahrungen in einem langfristigen, nachhal-tigen Digitalisierungsprogrammaufgehen zu lassen, welches den sukzes-siven Aufbau»digitale[r] themenorientierte[r] Informationsnetze«39for-ciert und somit das Rückgrat des geplanten DFG-Portals»Sammlung di-gitalisierter Drucke« darstellen könnte. Dieses Experimentierfeld wurdeinCompact Memorybewusst abgeschritten die Entscheidung indessen,welche technische Alternative gewählt wird, basiert im Kern auf derKompetenz und Bereitschaft der beteiligten Institutionen, neue, prototy-pische Technologien in bestehende Systeme zu integrieren, um dadurchden Aufbau benutzerorientierter Informations-Infrastrukturen voranzu-treiben.Welche Produktionsvariante im skizzierten Fall letzten Endes bevor-zugt wird, hängt einerseits von den ins Auge gefassten Projektzielen, vonden verfügbaren Ressourcen und nicht zuletzt von der technologischenKompetenz des Mitarbeiterstabs ab. Andererseits verdeutlichen die Aus-führungen zur bibliothekarischen Datenerfassung, dass die gewählte Lö-sung dem Gebot der Ökonomie zu folgen hat und die Datenbasis migra-tionstauglich sein muss, um weltweit in Form überregionaler, internatio-naler Gateways einen standardisierten Zugang zu ermöglichen.4038So auch das Fazit von Marianne Dörr: Planung und Durchführung von Digitalisie-rungsprojekten, S. 110(Fußnote 7):»Digitalisierungsprojekte sind eine neue Aufgabeder Bibliotheken und Archive, vor allem handelt es sich und das wird oft unter-schätzt um eine sehr komplexe Aufgabe. Damit sind Fehler unvermeidbar und ver-mutlich muss eine Reihe von Fehler gemacht werden, bis auch die deutschen Biblio-theken und Archive praktikable Checklisten für Digitalisierungsprojekte aufstellenkönnen.«39Sigrun Eckelmann: Förderschwerpunkte der DFG im Bereich digitaler Bibliotheken,S. 19.(Fußnote 1).40Vgl. im Zusammenhang der retrospektiven Zeitschriftendigitalisierung das ProjektDieper(Digitised European Periodicals) der Niedersächsischen Staats- und Universi-tätsbibliothek Göttingen, in dessen Rahmen ein standardisierter Zugriff auf digitaleZeitschriftenbestände innerhalb und außerhalb Europas ermöglicht werden soll.<http://gdz.sub.uni-goettingen.de/dieper/>(22.1.2004).
Aufsatz in einer Zeitschrift
"Inseln im Meer des Beliebigen" : Architektur und Implementierung eines Internetportals Deutsch-jüdische Periodika
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88
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