Druckschrift 
Die Wol-eingerichtete Buchdruckerey : mit hundert und ein und zwanzig Teutsch- Lateinisch- Griechisch- und Hebräischen Schrifften, vieler fremden Sprachen Alphabeten, musicalischen Noten, Calender-Zeichen, und Medicinischen Characteren, Jngleichen allen üblichen Formaten bestellet, und mit accurater Abbildung der Erfinder der löblichen Kunst, nebst einer summarischen Nachricht von den Buchdruckern in Nürnberg ausgezieret ; Am Ende sind etlichen kurz-gefasste Anmerckungen von der Hebräischen Sprach angefüget / [Joh. Heinrich Gottfried Ernesti]
Entstehung
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___und etlich anderer b«

ne blost Chimäre/ daß man die Welt bereden woblen/ die Europaer hatten den Sinesern diese Kunstgleichsam abgesptcket. Denn / zu geschweige»/ daßein grosser Unterschied zwischen der Europäischenund Sinesifchen Druckeret sey/ wie solchen der b>lobte Voüius nicht äMmuliret; so ist es ja einebekannte Sache/ daß die Europäer zu der Zeit / alsdiese Kunst in Europa erfunden worden/ noch keine so genaue Kundschaft mit den Sinesern hatten/als etwa heut zu Tage/ da man durch die vielenSchissartben alle Sinesifche Schätze in Europa g^bracht. Mögte man doch/ wenn la die Eifersuchtdas Lob des Erfinders dadurch/ daß er andere zuVorgängern gehabt / Zu schmälern vermeynett/lieber fagen/ er habe solche entweder von oemGrosfen Alexander/ oder von dem König der Sparta-ner Agesilaus abgeborget/ als von welchen beedenman bei dem ?imarcKo und Domino liefet/ Wiestedurch ein Strat^ma ihren Soldaten einen Muhtaemachet/ daß sie das Wort ^1^, welches Stegbedeutet/ mit verkehrten Buchstaben in die stächeHand geschrieben/ und solche alsdenn unvermerketauf die Leber des gepachteten Opser-Viehes ge>drucket haben. Oder man mögte mit grössererWahrscheinlichkeit sagen/ daß sieden ^leäailleur5,Münz und Eifenfchnetdern/ etwas nachgekünstelt:welches / wegen des grossen Unterschiedes/ jedochdiefer Kunst abermal keinen Abbruch gebährenkonnte. Aber was verweile ich mich damit? davon andern bereits mit ausbüntigen Gründen ge-nugfam dargcthan worden/ daß die Europäer vonden Asiatischen Völkern nichts entlehnet haben.

Unter den Europäern zanken sich dieItaliäner,die Holländer und die Hochteutschen um denRuhm diefer Erfindung. Die Bcweiß Gründe/welche die ersten anführen / sind fo abgeschmackt / daßihre eigene Lands Leute sich derselben schämen / undlieber den Teutschen ein Zeugnis geben. Die Er»zehlung des Lome Antonio äel Loi no, in feiner

^emorie IltoricKe äi ?e1m , p. I24.kömmet/ Weil

sie zumal ganz ohne Bewciß hingefchricbenworden/fast lächerlich heraus/ ob habe^mplMuz d^ttMj,ein Poet zu heitre, einer Stadt in der ^area Ire-viikna, Anno 144c) die Buchdrucker-Kunst erftlwden/ und sie ?aulw LomesduiAO, feinem gutenFreund / offenbahret/ der sie hernach A. 1450 zuMaynz ins Werk gesetzet. Die Franzosen begeh -ren sich der Ehre nicht anzumaßen / welche ihnenI0.(^ÄMP3NU8, und Omnidonus beilegen/ deren je-ner den Ulrich Han / oder^Uum, für einen Framzofen/ dieferaberdenJohannJenfon/ welchervonder Nation war/ für den Erfinder lacrse Kujus ar-ris fälfchlich ausgegeben.

Die Holländer / und insonderheit dieHarlemer/

prangM mit ihrem Laurentius Jansen / Losteroder Küster beigenamfet/ welchen Zunamen er da»h?r bekommen/ weil dessen Familie das Amt einesKüsters erblich befaß.

Diefer