1»»»»»»»M
is6
Lob- und Ehren-Gedichte.
ob und Uhrm-Dtdtchtc
zum unsterblichen Ruhm
der alleredelsten Uuchdmcker Mnst.
^
l.
i.
(Aebe, schwebe güldne Kunst/^ GOtt wird deinen Ruhm ver-mehren,
ja mit seiner Gnad und Gunst,dich, trotz allen Neidern, ehren.Liecht der Künste, deiner Ziergehen aar kein andre für»
2.
Preiset doch der Himmel dich,gleichsam M ein Erden-Sonne,
nennet dich anch prächtiglich:Hoher Fürsten Freud und Wonne.
Liechr der Künste, deiner Zier,
gehe» sonst kein andre für.
z-
Wie den schönsten Diamant,wegen seiner hellen Strahlen,
dieses Lod wird znerk.mdt,daß er kaum sey zu bezahle»;
so kau uleniaud deiner Zier,andre Künste ziehen für.
4-
Schallet, waö Buchdruckern),?ou de» deutschen erst erfunden/
für eilt edles Kleinod sey,das Man billich alle Stunden,preiset wegen seiner Zier,dem kein andre gehen für.
5«
Laß die Neider noch so sehr,dieser Knnst entgegen streben,
ihr Erbamittg, Nutz und Ehr,muß doch über alles schweben.
Pracht der Künste deiner Zier
gehet» gar kei» andre für.
6.
Wie der klare Morgen-Stern,Ost-und Westwärts sich last sehen,
so soll auch der Künste Kern,alle Theil der Welt durchgehen/
daß man sag: O dieser Zier!
ziehe ja kein andre für»
7-
Lebe, schwebe güldne Kunst,laß auch mich dein Lob vermehren,
und aus TeutscherLicbe?-Brnnst,gar bis in mein Grab dich ehre».
War.'lch, deiner Himmcls-Zier,
geht kein Pnuht auf Erden für.
Johann Rist
Ii.
Jergleichung des menschlichen Gebens
mit
der Edlen Buchdruckern)/
Hey einem in Wittenberg/ am 2. Pfingst -Tag 1702.gehaltenen Postulat zu betrachtenübergeben.
as Leben dieser Welt gleicht einer Druckerey/ ^wo sich die Sterblichen zu Preß - und Kasten drin-gen;
^)ier tragt ein jeglicher gesammte KrcM bey/uns will mit seiner'Schrifft den besten Preiß erzwingen»
Ach aber blindes Volk/ der schlechten 0Kcin!Ach Pressen/ die ihr nichts als Sünden-Farben drucket!
O Schafften / die sich nur um Weh Und Attgft bemuhn,ja blosse Nichtigkeit auf alle Messen schicket!
Diß Wesen fieng sich schon in Edens-Garten aN/GOtt hatte sein Gesetz als Exemplar gegeben;
Es gienge Preß und Schrifft/ wie man verlangen kan/und trug auf jedes Blat die Spruche von dem Leben.
Doch da der Menschen-Feind die böse Lust cliLtirt,lief; sich der Even Hand das SeKer-Werk belieben,ja ÄdaM bat hierauf das Drucken so vollfuhrt,daß die verfälschte Schrifft bis diese Stunde blieben.
Zwar'