Druckschrift 
Die Wol-eingerichtete Buchdruckerey : mit hundert und ein und zwanzig Teutsch- Lateinisch- Griechisch- und Hebräischen Schrifften, vieler fremden Sprachen Alphabeten, musicalischen Noten, Calender-Zeichen, und Medicinischen Characteren, Jngleichen allen üblichen Formaten bestellet, und mit accurater Abbildung der Erfinder der löblichen Kunst, nebst einer summarischen Nachricht von den Buchdruckern in Nürnberg ausgezieret ; Am Ende sind etlichen kurz-gefasste Anmerckungen von der Hebräischen Sprach angefüget / [Joh. Heinrich Gottfried Ernesti]
Entstehung
Seite
153
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Wagliches Gebet eines Buchdruckers.

^ERR/ allmächtiger GOtt! Es ist dieDruckerey eine herrliche und edle Kunst/mit welcher du die Menschen erst in derlegten Zeit begnadet/ und allen Stämden/ vornemltch aber deiner Kirchen/grosse Hülfe und Nutzen geschasset. Weil ich nun/durch deine Gnade/ solcher Kunst und Weisheitmachtig worden / so leite mich durch deinen gutenGeist/ liebster GOtt! daß ick) mich derselben zu dei^nen Ehren / und zu Erbauung der wahren Christalichen Kirche allermeist bediene / und was entwe/-der dem gemeinen Wesen/ oder Kirchen und Schwlen gut/ heilsam und nützlich ist/ verfertige. Duweist/ HErr! daß grosser Fleiß/ stete Sorgfalt,- ge-naue Wissenscbasst der Buchstaben und anderer Zedche»/ in allerhand Sprachen/ auch zimliche Mühezu dieser heilsamen Kunst erfordert werde. Darum komme mir mit deiner Göttlichen Gnade zuHülfe / daß ick) alles im Setzen und Drucken wol inacht nehme/ und an gebührendem Fleiß/ allen Druckso viel möglich/ ohne Fehler und Mangel zu verfer-

tigen/ nichts ermangeln lass'. Regiere mich/ güti»ger Vater! daß ich gern mit geistlichen warhafwgen und lehrreichen Sachen umgehe/ und an ande-rer Arbeit/ dadurch keinem rechten Christen in fei-nein Christenthum oder Beruf geholfen oder gerathen wird / kein Belieben trage. Ach! behüte mich/liebster GOtt! vor lügenhassten/ unnützen und unzüchtigen Handeln/ dadurch ein Christliches Hertz geärgert und gehindert wird/daß ich solches zu setzen undzu drucken abschlagt/ und an meinem Ort keinen An -laß und Gelegenheit zum Bösen gebe. Erhalte mich insteter Liebe deines H.Worts und der Warheit/ nicktweniger in einem nüchtern/ treusicissigcn und sorgfäl -tigen Leben / daß ich dadurch fowol meine Seele alsmeinen Leib gebührend versorge/ und ein guter Arbeiter vor Dir und der erbarn Welt bis ans Ende er ,funden werde/ einst aber zu meinem Werthesten Erloser JEsu Christo komme/ und von ihm die Crone derewigen Freude und ^eeliqkeit erlange. Erhöre mich/liebster GOtt! um deiner Ehr / und meinerWolfarth willen/ Amen.

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