Von der deutschen Schrijst-Scheidung.
üiin c7o/n»?/-» l^/^ muß stehen zwischen einer unvollkommenen Redewelche doch einige Abtheilung erfordert: da man im Lcftn,^ den Versian-der Rede etwas deutlicher zu machen , ein wenig innen hall. Z.E.
Eine Seele/ die sehr betrübt ist/ und gebückt und jämmcrlich hergehet/ und ihre'Augen schier ausgeweinet har/ undhungerigist/ die rühmet/ HERR/ deine Herrlichkenund Gerechtigkeit.
Oder:
Die Frucht des Geistes ist 5iebe / Freude / Friede / Gedutr/ Freundlichkeit/ Gürigkeit/ Glaube/ Sanftmuch/Keuschyeit.
z.
Das co/o»; oder Doppel'Plmcr wird gebraucht, wen»die Rede mit einem Gleichnis verknüpfst/ oder erläutert wird; nls:
Gleichwie ein Knecht, der offt gestäupt wird, nichts ohneSrricmen ist: also kan der auch nicht rein von Sunden' seyn, der offt schwöbret, und GOrres Namen führet.
It. Wenn der Rede ein Bewcg-Grund angcfüget wird; als:
Strafe dich vor selbst, ehe du andere urtheilest.' so wirst duGnade finden, wenn andere gestraft werden.
Ferner: Wenn anderer Personen Worte angcführcc werden; als:
Lamech sprach zu seinen Weibern, Ada und Zilla : IhrWeiber lamech! Hörer meine Rede, und mercket, wasich sage: Ich habe einen Mann erschlagen, mir zur Wun-den, und einen Jüngling, nur zur Beulen.
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Das Nm/-t7o/o» ; oder Grricb-Puncc welches etwasmehr als das comms, und etwas weniger als das Lolon ist, wird ge-meiniglich dem Wort aber; sondern u. d. g. vorgesetzt; als:
Die Rede des Narren drückt wie eine Last auf dem Wege;aber wenn ein Weiser reder, das ist lieblich zu hören.It. in folgender Redens-Art:Ein jegliches hat seine Zeit: — Gebohren werden und Ster-ben; Pflantzen und Ausrotten; Würgen und Heilen.
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Das 8^Ä-?» ^^o^/on^,- oder Frag-Feichen
>ird nach allen Fragen gesetzt; als:
Wer ist des Regens Vatter? Wer hat die Tropfen desThaues gezeugcr? Aus weß Leibs ist das Eiß gangen?Wer hat den Reisten unter dem Himmel gezeuget ?
6.
Das ; Ausruf-- odev Verwun-
derungs-Zeichen wird gebraucht, wenn die Rede einen Ruf;oder eine Verwunderung; oder Klage zu erkennen gibt; als:
Ach HErr, wie ist meiner Feinde so viel, und setzen sich so vielwider mich!
Item:
O welch eine Tiefe des Reichthums, beydeder Weisheit undErkännmis GOttes > Wie gar unbegreiflich sind seineGerichte, und unerforschlich seine Wege!
7.
Das F^tt-n c7o??/Ä!5?S/o^, oder tNirrel-Strich; undD/^//?o«,'>, oder Theilungs-Zeichen ^ ist der Figurnach eins; aber es hat die erste Bedeutung, wann es zwischen zwey Lub-üenüvÄ gesetzt wird; als: Wasser-Blase : Todes-Strafe, u. s. f.dann da bindet es zwcy Worre zusammen; Hingegen, wann «in Wort zuEnde der Zeile gelheilet wird, und eine oder mehr Sylben davon auf diefolgende Zeile kommt, und das - zu Ende der obern Zeile gesetzt wird, sowird es ein genennet. Zum kanntlichcn Unterschied pflegen etlicheGelehrte, sonderlich die Poeten, das Lateinische oivis als ein SignumLonjunüiom5 zu gebrauchen; als: Xvasser-Blase: ToSee-Srrafe.
8.
Dasoder Einschluß-Zeichen ( ) wird gesetzt,wann etwas in die Rede eingerücket wird, ohne welches doch derLenlusverstandlich wäre; als:
Dem Tod (der vielen bitter ist) entgehet niemand.
, 9-Der >A>o/?7o/>6«/ ,< oder Himer-Strich ^ wirb in unge-bundener Rede nicht gebraucht; aber in den Versen. Wo also dieses Zei-chen stehet, wird bemercket, daß ein e ausgelassen worden; als:Furcht' GOtt, und rhu' was Ihm gefallt:So leb'si du seelig in der Welt.
* SAN? Tag-