Druckschrift 
Die Wol-eingerichtete Buchdruckerey : mit hundert und ein und zwanzig Teutsch- Lateinisch- Griechisch- und Hebräischen Schrifften, vieler fremden Sprachen Alphabeten, musicalischen Noten, Calender-Zeichen, und Medicinischen Characteren, Jngleichen allen üblichen Formaten bestellet, und mit accurater Abbildung der Erfinder der löblichen Kunst, nebst einer summarischen Nachricht von den Buchdruckern in Nürnberg ausgezieret ; Am Ende sind etlichen kurz-gefasste Anmerckungen von der Hebräischen Sprach angefüget / [Joh. Heinrich Gottfried Ernesti]
Entstehung
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Summarische Nachricht

Endterischen Familie / übergab noch bei LebzeitenA. 1612/ ftmem Sohn >VolfgangEndterdemabtern/ die Handlung und Druckerei ganz eigentlntmltch. Der Vater lebre noch bis i6zo/ undstarb in? 68sten Jahr seines Alters. Der SohnWolfgang war qebohren den 4 Jul. 159z» Dieser^trat 162O mit Maria / Daniel Oeders / m die erste/und 1658 mit Anna Regina/ Martin Sckmbartö/ indie andere Ehe. Er hat in dein dreisnqjabrigenKrieg auf den Reisen vieles ausgestanden; ist offters geplündert/ und etnsmal gar gefänglich weggeführet worden. War ein ernsthaffrer Mann/und gutes Ansehens. Er hattefoviel alsdreiDrwckcreien/ denen er 47 Jahre vorgestanden. ^>rarbden 17 May 1659,

Es mangelt denen in der Endterifcben Officinin großer Zahl ausgefertigten fo Teutfch als Lateinischen Büchern / was die Nettigkeit der Characteren anbelanget/ iin geringsten nichts: wie erdenn die alte abgestoßene Buchstaben / welche freilichnicht ganz und gar können vermieden werden/ baldausgemustert / und neue an die stelle gefchaffet.Indem ich dieses schreibe/ und nebst andern Endtertfchen Vcrlaqs^Büchern/ auch des fcel. Harsdorf fers Gefprach spiele zur Hand nehme/ fo finde ichauf die Endtenfche Druckerei folgendes LateinischeRatzel/ welches wegen feiner Artigkeit/ nebst einerTeutfchen Version und Auslegung/ hier beizmucken/ich mich nicht einbrechen tan.

I^ic tacet interpres tenedrolo in csrcere clausus:clarus in ütraro tr^mite collo^uirur.

ti-xulat oKcio äeses; aeru^ine marcet,et pgmur ferri vincula, Ii lider eK.

^li ninc lider erit, c^uem ^^ulis mancioar amor,ni verimst c^prurn semper 3n^e1a litis.

t>Iam M2äi6us lador eli , v^rio fuciore varsnäus.l^orculÄr ticcum, c^uam Zemit! 3uäin'omen.

Der stumme Dollmetsch schweigt/ ms düstre Fach gelegt:und in der schwarzen Form kan er so trefflich reden:Den/ wenn er ohne Dienst/ der Rost gleich will ertödten,

und dessen Freiheit man in Eisen-Bande schlägt.

So wird ein freies Buch den Musen eingeweyht,wenn nicht der Durst den angefesselten verletzetDie 'Arbeit ist gar feucht/ und will wol seyn genetzet.

Wie girrt die trockne Preß! Hörst du/ was esbedeut'?

Dieses ist eine Betreibung des Sckrisst- Kastensin der Endterischen Officin. Ein Buchstabe/ dernickt gebrauchet wird/ heiM mmusimerpres, einstummer Dollmctfch / welcher in an^ro n-am-rc mitHülfe des Winkelhackens in Zeile gesttzet/ vei vin-culo ferreo, und in die Form gcfchlosien/ redet:wenn viele folche Buchstaben Zusammen gefetzetwerden / fo wird ein Buch daraus; es fey denn/ daßdie Buchstaben/ wo das Papier nicht angefeuchtetworden/ nicht leserlich heraus kommen. Daheroin Druckereien das Sprichwort üblich ist:

wenn die Gesell» nicht täglich ncyn/so können sie noch druckn noch scyn.

Die jetzo noch in größtem Flor stehende EndtenfcheOfficin stamn.et vo^-diesem Endter bcr/und hat felbbge/ nach desien To von A. 1660 bis 1674 geführetChristoph Endter; dann dieses Tochtcr/Mna Ma

ria/