Mandat-Format.
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ir MRL der Sechste, von GOttes Gnaden erwehlter Römischer Kayser,
zu allen Zeiten Mehrer des Reichs, in Germanien / zu Hispanien / Hunqarn / Bvhe.mb/DalmatiM/ CroatlM/UndSclavonten/ ?c. König/ Eri;-Herzog zu Oesterreich / Herzog zuBurgund, Steuer/ Kärnten / Crayn und Würtenberg/ Grafzu Tyrvl:c.
Enlbi-t-n allen und jeden/ denendieserUnserKanserlicheroffenerBrieffvorkombr/ und nachfolgender Massen angehet/ Unsere Äanl<> liil>r Gnade ir. Uiid sii>ien denenselben samb, undsondcrü birmir zu wissen/ daß/ obwohl-naufverschicdcnenbicbevzr gehaltenen Reichs-Tägen/ »ndsonsten wc»la»l> Unsere Glorwürdigne Versal» ere aiiiRei.h/ Roiiiischc Äanscre uub Liomge/mir derer Chursursten/ Fürsten und Srändcn desHeil.Rom. Reicks gutem zeitigen Rath und Vercinigiiiig/ GesaK und Ordnungen d-hi» ausgehen lassen/ daß Ii in-r/ von waösllr unter denen in,Reich jiigrlossene» Glaubens-Belaniiiusscn er auch s-i>n möge/ den andern/ so nichrseiner Religion ist/ weniger aber die Glauben selbst nur Wo» reu/ lästerlichen Büchern - Schtissie», Schmäl, Lor»ten/ schiuiusflichen Gedichten/ Eeniählden/ Kupfferstichc»/ oder andern dergleichen Erfindungen/ boßhaffr-ohnbescheideiier Weise angreiffen/ schmähen/ oder senil/ srottsich anziehen und dnrch»lassen/ miihi»auch niemand einine gegen die Staats- Regierung und Erund'Ecsäke des Heil. Rom. Reichs angeselene Lehren ausbringru fclle; E° zeige, doch die ,a.,lick» Erfahrung/ daß diese» s»offrergangenen hcilsaiiien Vercrdnunac» und Reicks Gebotten an verschiedene» Srrhen nickt nachgeledr/ vieünehr solchen schnurgerod riit-iege»/ hin und wieder d<lgi?>chen sch»>ijhsuch,iae Bü-cher/ Sckrisfienund GemadldcverschiedcnerOrrhenim Reick heimblich gemacht/ verscrriget/ gedruckt/ oder von au-Zwärrs hero «ingesckleisser/ und ohne allen Srl-?ii/Eiiisicht »der Bestr-ssuiig.-auf öffentlichen Jahrmärckrcn/ Messen und andern VersambliiNgen umbrraqen/ feilgebothrn/ au-",estreuct/ verkaussl und ausgebreitet/ nicht niinder auch auf osscnilicken Ilniversirarcii übcrdat^u5<7.,vli->v i-ubiicnm sehr schädliche/deiHeil.Rom. Reichs Ges-^e iindOr^ und daturch vnle so ohn»
zuläßig/ als rieffschädliche Neuerungen gegen die temsche Grunbfeste/ folglich Unordnungen in dem reuischen Reich eingeführer werden. Meichuue aber dergleichen zanck- und schniahsiicklig«Schreib- Arten und Lehren/ so wenig dem Christen', und Äanserrhum/ als derGerechr-undErbarkeirgeniäß/ »och auch zu Ausbreitung der Christlichen Lehre u»i> alleiseulgen (Glaubens odergemeiniiuliigen Rechts-und Staats-Socken den geringsten Nuncn und Ehre/ Wohl aber ein und anders dirsen enivfindlichen Sckaden haben/ das? daraus an statt der so hoch-norhigen Einigkeitund innerlichen gnten Vernehmens / nichts alsZ-nck/ Mißtrauen/ Entfernung derer Gcmiirher/ Irrweg?/ auch wohl gar Unfriede und Empörungen zu entliehen rilegrn : also haben WirUnser darab hegendes 5^ai>serl. Mißfallen öffentlich zu erkennen zugeben/ und die Handhabung derer von Unfern in EOrr ruhenden Vorsichten, wohl und Reick»- Väterlich erlassenen Äa»scrl.V-rordiiungcnii> Unsere desondere SorgsaltundObsichtZu nehmen/ einer Nothdurffr zu s-i>n uiiib so mehr befunden/ als solchesUbel sich überaus v.-rnichret/ und den chnansdlribiich- allgemei-n-n Schaden insWerck setzet. Wir befehlen/ setzen/ ordnen und ermahnen demnach Hi-Mit alle und jede/ inf-nderbeir die Geistliche und Prediger/ «lle Schrissi- und Reckt»' Gelehrte/ dieBuchdrucker/ Verleger und Buckinhrer/ ohne Unterscheid der Glaubens>Bekanlnuß/ sie seilen srembd/ oder einheimische/ bevorab aber die Bücher-^ommlir» inz, i rassr diesis/ nachdrücklich crin-nerende/ den Vermeidung hoher Erraffe/ und Unser Kanserlichen und des Reichs schweren Ungnade/ alles nnd jedes/ was hiebevor von Zeit Zu Zeiten gegen de» Mißbrauch der Bnchbruckerenr»/und Hcrausgebung verbc-rrencr Glaubens-und Staats-Sache» angehender Lehren/ Bücher und Laster-Schriffren oder Lehr Gesaben verordiier ivorden/ in genaiiei e Obachr zu ziehen/ und das-jenige, waSdarzuaufeinige Weise Vorschubgebenkan/ sorgsamb zu vermeiden und zu verhindern. Zu dem Ende auch alsoforr nach Verl 'siiNg dicics/ alle Winckel-Druckerenen abiustrllrn/ undnicht tri .iestarren/ daß deren einige anders' oder an-und «uS andern Orrhen/ als in solchen Stadien und Orihen eingerichter werden/ wo Ebur- uud Fürsten ihre gewöhnliche Hoshalrungrn habe»/»der Academien und l^uivl-etir-rcs sruilioium, oder wenigstens ansehentlicke Unsere und des Reichs oder selche Erädtc stund/ wo Obrigleiilicke Obsichr gehalten witd. Dünn ferner nicht nur kern»Buchd-uckerzuzulassen/ die da nicht angesessene/ redlichennd ehrbareLeuthese»nd/ und sich nach denen allgemrinenReichs-Eanungen Uns/ »nd drrObrigleir deS Orths/ vermittelst EndeS und«Pflichten/ Verdindlich gemacht haben/ sich in ihrem Drucken allem demjenigen/ was die Reichs - Satzungen mir sich bringen/ und ihnrnvcrherwohl zuerklären und einzubinden ist/ gemäss zu be>Zeigen / sondern auch noch hierüber den allen und jeden Buchdruckereyen verständige und gelehrte c>»imc.zu bestellen/ und selcheebrnrrmassen dahin zu vervstichrrn/ daß sie ohne deren genaueSurchgehung / Erlaul-nuß und Genehmhalturtg leinen/ zumahlen ohne Benennung dcü Erfinders/ SÄreiberS oder Dlckrers und des Druckers Nahmen und Zun-il-iu-'n/ wie anch der Sradr unddesI^hrseiwaZ zu drucken oder zu verkauffen/ vielwcnigcr dicEinführnng solch - schädlicher Bücher auSfrembden Landen und deren Verschleiß iiuRöm. Reich verstärken/ gestalten Mir von nu^an alles/ W-S ohne solche Form und Fey-rlichkeitist/ für siräffüche L-iier-und Schmäh-Sarrcn/ mithin allerdings >u vernichre» und zur Eonfiscarion würcklich in der Tbar aller Orrben erklären. D»obergleickwvdlvoneinemoderandern/ vorgedackrerErinner»ng ohngcachter/oder deren ohngehinderr/ dergleichen Laster/ oder andere gegen die Reichs-Grund-Gel-ye in Glaubens-undStaus- Sachen lauffendeLehren/ Schmäh- Schriffren/ Bücher/ Kupffcr und Eemähldc gedruckt und ausgegeben wurde»/ solche alstforr/ ohne einige Nachsicht/ durch ,edes OrlhS Obrigkeit/oder Unsere Kaysrrl. Bücher-5r>inm!st^ii>5 ronftsciret/ der Urheber/ Schreiber und Drucker aber sowohl/ als alle diejenige/ welche sie"imV>'rkauff!>erumb rragcn und ausbreiten/ oder sich dgrzi,«ebrauchenlassen/ anGurhundVerniogen/ auch nachBeschaffonheirderSachen und derenUmbstonden/ an Ehre/ Le^b/ Guthund Bluili ol.inackläßig gestrafft Werlau sollen. Däfern nuneinige geist-oder weltliche Obrigkeit im Reich/ welche die auch immer wäre/ oder wie sie iiunier Nahmen haben niochre/ in Erlundignng solcher Dinge nachläßig handeln/ oder die angezcigre »de?sonst wissentliche Uberrrerrung nicht iiiit dehorigem Nachdruck abstellen und b-straffen/ oder auch vielleicht gar mir denen/ st darwider handeln/ sich unter der Hand verstehen und Unterschleiff ge-ben würde; alsdann wollen Wir/ und behalten UnS bevor, nicht nur gegen den Urheber/ Ernnd-r/ Schreiber/ Dichter/ Mahler/ .<!uvffei siecher/ Drucker/ Buckführer/ lluierhaiidler undVcrlaiisfrr/ sondernauckgegendie geist-oder welrlickeL-hrer und Prediger/ und die nachläßige Obrigle-r silbst ernstliche Ahndung uii! örrc.ss/ iiach Befund d-r Sacken und deren Uiiibst-nlen/sürnehmenzu lassen/ allermassenWir auck Unstrenie-zi.^ und lünfftigenÄani-rl. Reicks-Fiftalen/ sowohl be» Unserem Äaustrl. Reiliis- b«>- Rath/ als Äa»serl. «.'«mnier-Eericht biednrch ernst-lich wollen eriiinecr haben/ doß sie gegen alle die obcrwehnte Ubirfahrere dieser Unserer Kauserl. Verordnuilg/ sie senen Geist- oder Weltlich?/ eb»« Ans-Hiing der Persohiien/ -us gebührende Straffohnverinalich anruffeii/ und ihres Orths und Amdts nach all, r Srr-nge Versahren und handeli, sollen. Wir mennen es ernstlich. Mir Urlun!' diß Briests besieglet mir Unserem ausgedtu^ienKani'il. Ziisiegel/ vergeben ist in Unserer Stadl Wien / deiiochljebrriden^uüi^niioSiedenZibenhundert und Zunffzehcn. Unser?r Reiche deSNomischln im dierien/ öisHisvanischciiinizwöiff.i»/des Hungarischcn und Böhciniifchen aber im fünfften Jahr.
V'Friedrich Tarl/GrafVon Schönborn»
^ä?vl.m6amm 8.1-2. tl-ies. iVl-ijeklarizproprium
L.. t-. v. Glandorfs.