Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1782)
Entstehung
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XXVI

Vorrede.

78 S. §.88. 2. sagt er: wahrlich wird gemeinig-lich geschärft gesprochen. Er hätte also billig auchdie Ursache anzeigen sollen, warum dieses so undnicht anders seyn muß (9). Hierin ist die Aus-sprache in den Provinzen verschieden: einige spre-chen diese Wörter lang oder gedehnt, andere kurzoder geschärft aus. Viertheil und vierzehmspricht man zwar mehrentheils geschärft; indessensind doch einige, welche diese Wörter ebenfallsdehnen. Dieß, vierte, wahrlich, möchte manöfter gedehnt als geschärft höreil. Da nun hier derGebrauch verschieden ist, so ist die Frage: Welchesist recht? Welches ist der gute Gebrauch? Wennwir. ohne Vorurtheil für unsere eigene Mundartund Gewohnheit urtheile:: wollen, so werden wirsagen müssen, diejenigen sprechen recht, welche dieseWörter dehnen, weil es der Analogie gemäß ist.Wir sagen viere, also auch der vierte, Vier-theil, nicht virrte, Viertel; Wahrheit, alsoauch wahrlich, nicht warrlich. Das letzte hatnicht den germgste!? Grund für sich ('°). Sollte

man

(y) Hatte ich von all?» einzelen Fällen Gründe und Ursachenangeben wollen, so würden Sprachlehre und Lehrgebäudemehr als noch einmahl so stark geworden seyn, und dabeywürde immer viel unnützes gesagt werden müssen, zu-mahl wenn ein nur mittelmäßig aufmerksamer Leser dieGründe mit leichter Mühe selbst auffinden kann, wie hierder Fall ist.

<io) Nicht den geringsten^? Zuverlässig einen eben soguten, als diejenigen, welche diese Wörter dehnen. Wirwollen sehen. Wenn in alten abgeleiteten Wörtern zuder gedehnten Sylbe des Wurzelwortes ein Ableitungs-

Conso-