Xl-Vi Vorrede.. -
Gottsched hat schon bemerket, daß, ungeach-tet aller scheinbaren Unrichtigkeit dieser Conjuga-tion, dennoch eine gewisse Ordnung darin Statthat, die sich nach Regeln richtet (44). Spr. K.Z29 S. und es scheinet nicht unmöglich zu seyn,daß sich diese ganze Conjugation, die wir für so ir-regulär halten, unter gewisse Regeln bringen lasse;aber, diese Regeln aufzusuchen, Koc ox>u8, KicZador ett. Sie liegen so tief in dem Grunde derSprache verborgen, daß es viel Arbeit und Mühekostet, sie ans Licht hervor zn ziehen (4>). Viel-leicht ist es einem künftigen Sprachforscher vorbe-halten (46). Es kann hiemit gehen, wie mit den
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(44) Das hatte Gottsched nicht bemerket, sondern nur gesrathen. Hätte erdaS geringste von dem Baue der Spra-che verstanden, so würde er nicht so gerathen haben.
(45) Wozu die geheimnisivolle Mine? Ich habe ja denGrund schon selbst angegeben, theils schon in der Sprach-lehre, »och mehr aber indem Lehrgebäude; er liegt inder Kindheit der Sprache, da sie noch nach der dunkelnEmpfindung des Hörbaren gebildet und ausgebildet wur-de. Das ist ihr einiger und wahrer Grund; nun gehemein Nee. hin und sehe, was er sich ans diesem Grundenehmen kann.
<4b) Hirngespinste wohl und Lnftgebäude,' aber zuverlässigkeinen andern Grund, als der ist, welchen ich schon an-gegeben habe. Wären die Sprachcrfindcr lauter Lcib-niizc und Newtons gewesen, welche die Spräche alsein Spiel der Ersiiidungskraft ihren Enkeln aufgestellethätten, so könnte man wohl so tiefe und verborgene Grün-de vermuthen, die alle Sprachlehrer bisher noch nichtentdecken können. Allein, da sie rohe, sinnliche Men-
- scheu waren, so müßten ihre Gründe längst bekannt seyn,wenn sie einer klaren Vorstellung fähig wären, und sichmcht eben so sehr auf das Hörbare gründeten, als
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