Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1782)
Entstehung
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Vorrede.

nct solches zu parteyisch für diese Gegenden zuseyn, und andere werden ihm darin widerspre«chen (55). Herr Hemmer will auch eine Stim-me für die Pfälzische Mundart haben, und es istZewiß, daß auch in Meissen , selbst in den feinernGesellschaften, nicht alles mit vollkommener Rich-tigkeit gesprochen wird (56). Man muß also beyder Aussprache selbst schou nicht bloß auf den Ge-brauch einer besondern Provinz, sondern vielmehrauf Regeln und Grundsätze, sehen (5?). Wennman z. B. in Meissen das Wort Blatt und dieletzte Sylbe in überall gedehnt spricht, wie HerrA. im Wörtcrbnche vorschreibt, so ist solches demSprachgrunde sowohl, als der guten Aussprache,zuwider, uud es würde unrecht seyn, sich in der

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(zz) Nichts weniger als partheyisch, wozu mich nichts inder Welt bewegen könnte, zumahl da ich weder der Ge-burt, noch der Verbindung nach eine Chursachsc, son-dern ein freyer Weltbürger bin. Bloß die deutlich er-kannte Wahrheit hat mir diesen Satz abgedrungen. Mansehe §. 26, 27, Z2 f. der folgende» Einleitung. Am En-de dieser Recension weide ich noch etwas darüber sagen.

(56) Das beweiset weiter nichts, als daß der höchste Gradder Vollkommenheit von keinem endlichen Dinge zu er-warten ist. Indessen habe ich mich auch über Fehler undAbweichungen einzeler Personen §. 40 der folgenden Ein-leitung umständlich erkläret.

(5?) Allgemeine Regeln und Grundsätze, welche für alleMundarten einer Sprache gelten könnten, sind ein Hirn-gespinst. Ist das Hochdeutsche eine Mundart, so mußes doch irgendwo einheimisch seyn, uud der Sprachge-brauch derjenigen Provinz, wo es einheimisch ist, ist dnseinige Gesetz für dasselbe und sonst nichts.