Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1782)
Entstehung
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l.vi Vorrede.

Rechtschreibung darnach zu richten 0«). DieRegel, welche 6c>6S. gegeben wird:Wo dieAussprache ungewiß ist, da entscheidet die Ab-dämmung oder der allgemeine Gebrauch,,, istauch hier zu beobachten (In diesen Wörternist der Gebrauch, sie zu dehnen, nicht allgemein,sie werden vielmehr, dem allgemeinen Gebrauchenach, mit zweyen Consonamen geschrieben, wel-ches ein Zeichet: ist, daß der Vocal geschärft wer-den muß; daher muß man, dem Sprachgrundenach, dencnjemgen Recht geben, welche sie kurzoder geschärft aussprechen, wenn gleich ganz Sach-sen sie dehnen sollte (6°).

592 S. 26 §. Man kann auch dieß als eineUrjache angeben, warum in zusammen gesetzten

Wör-

(58) Wenn die gedehnte Aussprache in diesen beyden Wör-tern im Hochdeutschen allgemein wäre, so mußte sieauch Hochdeutsch richtig seyn. Die gedehnte Aussprachedes all in überall ist indessen im Hochdeutschen nicht soallgemein, als ich wohl im Wörterbuche behauptet hatte,folglich auch Hochdeutsch unrichtig. Blatt wird im Sin-gular häusiger gedehnt, aber doch nicht so allgemein, daßman die geschärfte Aussprache für Hochdeutsch unrichtigerklären könme.

(59) Diese Regel gilt nur, wenn die Aussprache in einer u»deben derselben Mundart, nicht in verschiedenen Mund-arten, ungewiß ist.

<6o) Wenn ganz Sachsen sie dchnete, so würde auch diegedehnte Aussprache die einige Hochdeutsch richtige seyn.Keine Mundart kann nach der andern bestimmt werden,und allgemeine Grundsätze und Regeln sind, wie schongesagt, ein Hirngespinst. Daß zwey Consonamen nichtohne Ausnahme ein Zeichen der Schärfnng sind. erbelletaus §. 87.