Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1782)
Entstehung
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Vorrede.

I.VN

Wörtern, wo zwey s zusammen kommen, diesebesser einzeln, als zusammen gezogen, geschriebenwerden, weil man das letzte weich aussprechenmuß, so wie es im Anfange eines Wortes odereiner Sylbe lautet. Wenn man Aussatz, Aus-saat, aussehen schriebe, so würde das letzte f soscharf lauten, wie in Wasser, besser; darumschreibt man Aussatz, Aussaat, aussehen, da-mit es weicher ausgesprochen werde (^).

Da diese Sprachlehre zum Gebrauche derSchulen in den Königs. Preussischen Landen be-stimmt ist, so haben wir nicht umhin gekonnt,dasjenige, was uns darin noch nicht vollkommenrichtig zu seyn, oder eine nähere Bestimmung nö-thig zu haben scheinet, mit aller Freymüthgkeitanzumerken. Sprachkundige Leser werden urthei-len, in wie weit unsere Anmerkungen gegründetsind, und wir hoffen, Herr A. selbst werde sie nichtungütig aufnehmen, da er in der Vorrede einenjeden ersucht, ihm seine Bemerkungen bekannt zumachen (^). Sollte er eine oder die andere

d 5 richtig

(61) Wie aus dieser Schreibart die gelindere Aussprachedes s erkannt werden könnte, sehe ich noch nicht. Derscharfe Laut des zweyten s in IVasser, besser u. s. f. rüh-ret bloß von dem vorher gehenden geschärften Vocal her,fällt also in aussehen n. s. f. ohnehin weg.

(62) Sollen aber dergleichen Bemerkungen und Einwürfeeinigen Nutzen haben, so muß man sich vorher folgendeSätze deutlich zu machen suchen:

1. Es gibt keine allgemeine Deutsche Sprache, wel-che etwa aus dem besten Sprachgebrauchs aller Provin-zen