Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1782)
Entstehung
Seite
12
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i2 Einleitung.

Jahren vor der großen Völkerwanderung, so vieleund so verschiedene Völkerschaften aus Asien nachEuropa gewandert, und unter diesen Völkern in Eu-ropa selbst so viele und so große Veränderungen vor-aegangen sind, so erhellet schon hieraus, wie viel esgewagt ist, alle diese Völker und ihre Sprachen aufzwey Haupt-Classen zu bringen. Es sind daher dieNahmen Gcychisch und Lkltisch in diesem Ver-stände in den neuesten Zeiten mit Recht verworfenworden. Cäsar fand schon zu seiner Zeit in demheutigen Frankreich wenigstens drey Völker vonverschiedener Herkunft und Sprache; Ariovist , einDeutscher, mußte das Gallische ordentlich erlernen,(Cäs. äe dello <ZsI1. B. i. Kap. 47.) und die neuernUntersuchungen derjenigen Provinzial-Sprachen inEngland, Frankreich u.s.f. welche bisher für Über-bleibsel des alten Gallischen gehalten worden, be-weisen es, daß diese Sprachen von der Deutschen eben so sehr verschieden sind, als sie es größtentheilsunter sich sind.

Heutige §. 8. Die heutige Deutsche, Isländische ,Überreste Schwedische und Dänische Sprache, welche unterderselben. ^ verwandte Sprachen sind, sind die vornehmstenund ältesten Überbleibsel der alten EuropäischenSprachen, wohin man noch die Schottisch-Ir-ländische und die Volkssprachen mancher einzelerProvinzen in England, Spanien, Frankreich u. s. f.rechnen kann, die aber von der erstem in ihrem Bauund wesentlichen Unterscheidungsstücken mehr oderweniger abweichen.

Die alte Lateinische Sprache, welche selbstnichts weniger als eine ursprüngliche Sprache, son-dern eine Vermischung der alten Ligurischen mit der

Sprache