Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1782)
Entstehung
Seite
11
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I. Sprache überhaupt. - i?

um deßwillen nicht die ursprüngliche. Der Abstandvon ihr bis zum Ursprünge des msnschlichen Ge-schlechts ist zu weit, und mit zu großen Verände-rungen durchwebt.

N7ofts schrieb, da das menschliche Geschlecht,der gewöhnlichen Zeitrechnung zu Folge, schon beynahe dritthalbtausend Jahre gesprochen, und sehrwichtige Veränderungen erlitten hatte. Es ist nichteinmahl glaublich, daß die Hebräische Sprache, so ,wie wir sie jetzt kennen, ganz die ist, wie sie MoseSund seine nächsten Nachfolger schrieben. Von ihmbis auf den Esdras sind wenigstens tausend Jahre,und in dieser Zeit ging das jüdische Volk durch alleGrade der Cultur, von der einfältigen nomadischenLebensart an, bis zur blühendsten Monarchie, undvon da wieder bis zur niedrigsten Stufe des Verfal-les. Wie sehr mußte sich nicht in diesem langenZeitraume die Sprache des Volks ändern? UnserDeutsch, wie verschieden ist es von dem Deutschdes ^ero und seiner Zeitverwandten! Und doch istdie Sprache, als Sprache betrachtet, in allen bibli-schen Büchern einerley. . -

§. 7. Europa ist, wenigstens seinem allergröß- Alte eure?ten Theile nach, sehr frühe von dem nordöstlichen McheAsien aus bevölkert worden, und hier muß man da- Sprache-,her auch die Anfangsgründe seiner Sprachen suchen.Sehr lange pflegte man die ältesten EuropäischenVölker und ihre Sprachen unter zwey Haupt-Clas-sen, der Ecythischenund Leitischen, zusammen zufassen; gerade als wenn es ehedem nur zwey Haupt-sprachen in Europa gegeben, Zu welcher sich alle üb-rigen höchstens als Mundarten verhalten hätten.Allein, da in einem Zeiträume von fast zweytausend

Jahren