II. Deutsche Sprache.' 2z
BüschmI heraus gegebenen Erlämerungsschrif--ren des Ulphilas , theils aber auch, besonders waSdie Geschichte dieses Denkmahles betrifft, auf desHerrn Ritter Michaelis EinleminI in dieSchriften des neuen Testamentes, und zwarnach den neuesten Auflagen, wo alles, was dieseÜbersetzung betrifft, sehr gründlich und fruchtbarZusammen gefasset ist.
Da die Gothische Sprache damahls noch sehrroh und ungeschlacht war, un^ es ihr sowohl an Aus-drücken für unsinnliche Gegenstände, als auch an dergehörigen Geschmeidigkeit in der Verbindung derWörter und Sahe fehlte, so sahe sich Ulphilas ge-nöthiget, oft sehr sclavisch und buchstäblich zu über-setzen, und das Gothische nach dem Griechischen zumodeln, daher man sich hüten muß, daß man nichtalle Besonderheiten in seiner Übersetzung für Ei-genheiten der Gothischen Mundart halte. Dahingehöret unter andern auch der bey ihm so häufigeganz Griechische Gebrauch der Participien, der al-len Deutschen Mundarten und verwandten Spra-chen so fremd ist. Beyspiele buchstäblicher Über-setzungen solcher Begriffe, für welche die Gothen da-mahls noch keine eigenen Ausdrücke hatten, sind5mrxvu8, für Welt, muncius,) von/m>-,
rein, schön, Mlzrunüi, Opfer, ( o^v?<«v7'5)/>e«7'«,)DzIitliÄ, 75«5-«^v?-<!?o5, und so ferner; Mängel,welche manche wohl gar für Schönheiren und Kern-ausdrücke gehalten haben.
Als die Gothen von dem schwarzen Meere ver-drängt wurde«,, blieben viele von ihnen in den ge-birgigen Theilen der Krimm zurück, welche eineZeitlang unter den Hunnen und ihren Nachfolgern,den Ungarn , Chazaren, Petfchnegern, Kumanern
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