für Deutschland ; denn ohne sie wäre letzteres ver-muthlich noch lange eine Canadische von wenigenHorden wilder Jäger bewohnte Wüste geblieben.Ein wildes bloß von der Jagd und dem Fischfangelebendes Volk, wie die Deutschen noch vor dem vier-ten Jahrhunderte waren, braucht einen überausgroßen Bezirk zu seinem Unterhalte. Mehret essich, so vermindern sich die wilden Thiere, von wel-chen es lebt, wenn es nicht seinen Raum nach demMaße seines innern Wachsthums ausdehnt. Esschickt daher von Zeit zu Zeit Schwärme aus seinerMitte in entlegenere iänder, und ist selbst in einerimmerwährenden Wanderung begriffen. Wie abernun, wenn die Natur der fernern Ausbreitung un»übersteigliche Gränzen setzt? Dann bleibt solchenVölkern nichts weiter übrig, als entweder sich selbstaufzureiben, oder, wenn sie zu starten Widerstandfinden, auf ein anderes Unterhaltungsmittel zu den»ken, als die Jagd ist. Der Feldbau biethet sich hiervon selbst an, weil jedes wilde Volk auch in demwildesten Zustande schon einige Begriffe davon hat.Zwinget die Noth den wilden Jäger zum Acker-baue, so fängt das bisherige Raubthier an, zahmund gesellig zu werden; es muß den herumirrendenAufenthalt mit dem stattn und bestimmten verwech-seln ; die bisher sehr mangelhaften Begriffe des Ei-genthums einzelner Perfonen fangen an, sich zu ent-wickeln, kurz, es legt den Grund zum gesitteten Zu-stande und zur bürgerlichen Gesellschaft, auf wel-chem es nach dem Maße der innern Vermehrungund der äußern Umstände immer weiter fortzu-bauen genöthiget ist. Volkesmenge ist allemahlder unwiderstehliche Zwang zur Cultur und zugleichder Maßstab derselben.
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