Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1782)
Entstehung
Seite
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!I. Deutsche Sprache. 4z

zu sagen, wo die Handschrift befindlich sey, oder woer sie gesehen. Eckhardt muthmaßet kranc. orienr.Th. 2. S. 324 f. nicht unwahrscheinlich, daß der zuOxford befindliche so genannte Loäex csu^runus,dessen ich sogleich gedenken werde, ein Stück diesergereimten Umschreibung sey, und erzahlet zugleich,wie diese Handschrift nach London gekommen.

Ludwig beging die Schwachheit, daß er seineLänder noch bey seinen Lebzeiten unter seine dreySöhne Lothar, Ludwig und Carl vertheilte. Sogroß auch dieser Fehler in den Augen der Staats-kunst seyn mag, so gewann doch die Deutsche Sprachedabey; denn Deutschland bekam nachmahls in Lud-wig dem Deutschen (84? 876) seinen eigenenKönig, welcher die Sprache seines Volkes liebte, unddie wenigen guten Köpfe seiner Zeit aufmunterte,die bisher so sehr verachtete Sprache mit mehrermFleisse zu studiren, wovon sich die guten Folgen un-ter den folgenden Regierungen zeigten.

Bis auf den Vertrag zu Verdun war dieFränkische Sprache zugleich die Sprache desFranzösischen Hofes, so weit sie nicht von derLa-teinischen verdränget war. Als beyde Reiche ih-re eigenen Könige bekamen, ward die aus der La-teinischen und alten Landessprache vermischte Mund-art die Sprache des Hofes, und fing nunmehr an,sich zur heutigen Französischen zu bilden.

Von Denkmahlen der Deutschen Sprache haben wir ansden Regierungen der beyden Ludwige noch:

l. Den in der Cottonischen Bibliothek zu Orford befind-lichen Loclicem ^uaclrunum, welcher eine gereimte Über»sctzung der vier Evangelisten ist, nnd dessen Mundart nicht,wie gemeiniglich geglaubt wird, Frankisch , sondern Nie»der-Rheinisch, ist. Eine Abschrift dayon befand sich ehe»

dem