vielköpfige Ungeheuer ausgerottet werden konnte.Die Aussichten würden also für die Sitten, Künsteund Sprache überaus traurig gewesen seyn, wennsich nicht gewisse andere Umstände zu ihrem Bestenvereinigt hätten.
Verschiedene Schriftsteller dieser Zeit versichern,und der Augenschein bestätiget es, daß um die Mittedes vierzehnten Jahrhunderts eine große Verände-rung in den Sitten, der Kleidertracht und derSpra-che vorgegangen ist. Besonders stieg der iurus zueiner Höhe, welche er in Deutschland noch nie er-reicht hatte, und verbreitete Überfluß und Wohlstandüber alle Stände. Die vornehmste Ursache dieserVeränderung liegt wohl in dem blühenden Wohl-stande der Städte. Der Adel, welcher bisher derGlanz der Nation gewesen war, hatte sich durch sei-ne Üppigkeit und Befehdungen zu Grunde gerichtet,und war durch das Faustrecht verwildert. Ihmzur Seite hatten sich nach und nach die Städte, einglücklicher Mittelstand zwischen Despoten und Scla-ven, erhoben, waren durch die Handlung blühend,reich und mächtig, und wegen ihrer Festigkeit Zu-fluchtSörter vor den Gewaltthätigkeiten auf dem fla-chen iande geworden. Wer vor dem FaustrechteSicherheit suchte, flöhe in die Städte, und da diesedadurch volkreicher wurden, so verfeinerten sich auchdie Sitten, und die Künste blüheten unvermerktauf, so wie der ausgebreitete Handel die Begriffe er-weiterte, und neue Moden einführte. Die Culturblieb jetzt nicht an eineProvinz oder an einen Standallein gebunden, sondern verbreitete sich über dieganze Nation. Die Sprache, welche schon seit desersten Rudolphö Zeit in den öffentlichen VerHand--lungen immer häufiger zu werden anfing, ward jetzt
immer