Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1782)
Entstehung
Seite
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III. Deutsche Mundarten. 7z

schaften,' waren auch ihre Mundarten beträchtlichenVeränderungen ausgesetzt. So redeten z.B. die äl-testen Franken, sie mögen nun ein eigenes Niederdeut-sches Volk, oder vielmehr ein Völkerbund mehrererNiederdeutscher Stämme seyn, allem Ansehen nachursprünglich eine Niederdeutsche Mundart, wovonsich noch in dem Salischen Gesetze Spuren finden.So wie sie sich die südlichern Völkerschaften Deutsch -landes unterwarfen, und sich die Überwinder unterden Überwundenen verlohren, gewöhnten sie sichnach und nach an die höhere Mundart, die sie dochallem Ansehen nach mit der ihrigen vermischten,woraus denn die Fränkische entstand, welche schon zuden Zeiten der Fränkischen Monarchen das Mittelzwischen der ganz hohen und der völlig nieder»Sprache ausmachte.

Sobald sich nach der großen Völkerwanderungdie heutigen Staaten zu bilden anfangen, klären sichauch die Deutschen Mundarten mehr auf. DieNahmen der alten kleinen unabhängigen Volks-stämme verliehrcn sich aus der Geschichte, und estreten dafür fünf große Völkerschaften auf denSchauplatz, die Franken , Alemannen, oderSchwaden, Baiern, Thüringer und Sachsen,deren Sprachen stufenweife von der höchsten Mund-art an bis zu der niedrigsten herab steigen. Aufder höchsten Stufe stehen die Alemannen undBaiern, ein wenig tiefer die Franken , noch tie-fer die Thüringer , welche sich unmittelbar an dieniederste Mundart der Sachsen anschließen. Jededieser Mundarten ist wieder in eine Menge kleine-rer untergeordneter Dialecte abgetheilet, so wie jededieser fünf großen Völkerschaften aus der Verbin-dung oder Unterjochung mehrerer kleinerer VolkS-stämme erwachsen ist.

E 5 §.zo.