Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1782)
Entstehung
Seite
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Einleitung,

Sigenhei- §. ?o. Die (Oberdeutsche unterscheidet sichtcn der durch ihre hohe Sprache, durch ihren vollen Mund,Obcrdeut- durch ihren Hang zu hauchenden, blasenden und zi-schen» schenden Mitlauten, zu den breiten und tiefen Selbst-lauten und zu rauhen Doppellauten; durch ihre Har-ten, durch ein weitläufiges Wort- und Sylbeng e-prä'nge, durch weitschweifige Ausdrücke, Überfüllun-gen und hohe Figuren.

Beyspiele find beynahe unnöthig, da man sieüberall findet. Doch ein Paar zur Probe, die zumTheil aus den höchsten Mundarten entlehnet sind,i) Fülle des Mundes; daher die vorzügliche Liebezu hauchenden und blasenden Mitlauten: Vefelchfür Befehl, verbargen für verheeren, trschchenfür trocken. 2) Hang zu breiten und vollen Dop-pellauten statt der verwandten wohlklingendern,oder auch statt der einfachen Selbstlaute: Lleus-sen, geufsen, fleuben, u. s. f. für fließen, gießen,fliehen; rreuheu, dräuen für drohen, zeuchen fürziehen, Hous für Haus, haitter, ains, Ainigung,haylsam, ablainen für heiter u. s. f. Licchcfür Licht, L-Imetter, Brueder für Mutter, Bruder.Und zu den breiten und tiefen Selbstlauten statt derhöhern: sunderu für sondern, ausdrucklich fürausdrücklich, Bürger für Bürger, roüfsen für wis-sen, ^rfahrnuß, Bündnuß, Ärgernuß u. s. f.für niß. ?) Härten, besonders Weglassung des ean den Fämininis, im Nominativ des Plurals,und an den Adjectiven: die Räth, Grädt, Tag,u. s. f. für Räthe, Städte, Tage; der gütig Gocc,gerreu lieb alt Bdgenossen. Ingleichen des eeuphonici: der Bub, Ruab, die Gnad, derGlaub, der Preuß, Schroab, Franzos, u. f. f.4) Harte Zusammenziehungen: jAdgnoßschafr,allgedeylichen Vorschub thun, allschuldigen

Dank