Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1782)
Entstehung
Seite
169
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i. Kap. Von den Buchstaben. §. 41. 169

«User, Srosen u. s. f. Doch das sind Eigenhei-ten der Mundarten, welche im Hochdeutschen nichtzur Regel dienen können, wo diese vier Gradedes Säuselers nicht leicht verkannt und verwech-selt werden, wenn anders das Gehör nicht schondurch das Eigene dieser oder jenen Mmdart ver-derbt worden.

Indessen hat der Gebrauch in Bezeichnung dieserGrade allerley Abweichungen eingeführet, welcheumständlicher bemerket werden müssen.

§. 41. Das s, eigentlich das Zeichen des gelin- Von dem s.desten Säuselers, behält entweder diesen seinen sanf-ten Laut, oder es wird scharf gesprochen, oder es lau-tet endlich auch wie der Zischlaut sch.

1. Es behält seinen eigenthümlichen gelindenLaut, so oft ein Hülfslaut in einem und eben dem-selben Worte darauf folget, oder dach darauf folgensollte: sehen, Seele, döse, Person, sieben, ra-sen, blasen, Verse, empfindsam, wirksam,Amsel, Pfirsich, er bläset, sie rasten-

2. Scharf lautet es in der Mitte einer Sylbe,sowohl wenn t und p darauf folgen: der XVest,die Weste, die Rast, der Ast, gestern, N?e-spe, lispeln, Vesper; als auch nach b, ch, g, Lund p, wenn ein Hülfslaut darauf folget, besonderswenn es daselbst aus dein scharfen s entstanden ist,Ixrebse, von Zxrebs, N.ebse, von Rebs, wach-sen, die Gewächse, drechseln, drucksen, roickssen, Mengsel, des Gypses, Aappsen. Ausge-nommen ist hier nur die Endung sam, wy das s

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