Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1782)
Entstehung
Seite
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17« i.TH. i.Abschn. Bildung der Wörter.

allemahl feinen gelinden Laut behält, was auch fürHaupttaute vorher gehen mögen: wachsam, längssam, sattsam.

z. In den Zischlaut sch gehet es über: (i) Vordem t und p zu Anfange eines Wortes, und in dendamit zusammen gefetzten Wörtern: Stand, fteshen, Stein, Stern, Spaß, Sprache, speisen,erstehen, Edelstein, Abendstern, versprechen.(2) In den fremden Wörtern, welche sich mit sl,sk und sm anfangen: Skelet , Skalde, Slave,Slavonien , Smaragd. Ingleichen in denenmit sc, doch nur vor einem a, 0, u und einemHauprlaute: Scapulier, scontriren, Scudo,Sclave' vor ä,eundi hingegen lautet daSj'wieß:Scävola, Scepter, Scipio. (?) In dem sl inder Mitte und am Ende einer Sylbe, wenn ein rvorhergehet: der Durft, die Dürfte, Gerfte,Fürst, borften, garstig, die Horft. Ausgenom-men find doch, theils die zweyte Person der Zeit-wörter, du warft, du rvirft, du horft, lehrft,begthrft; theils die superlative Endung fte, wo esallemahl scharflautet: dererfte, ftcherfte, schwer-fte. In allen übrigen Fallen lautet s in ft scharf,er ift, du bift, besonders wenn es in der Ausspra-che getheilt wird: Chris-ren, gesstern, flisstern.

Dieser ganze Laut des s, wenn eS wie sch ge-sprochen wird, ist freylich ein Überbleibsel der zi-schenden Oberdeutschen Mundart; allein da er ein-mahl im ganzen mittlern und obern Deutschlandeallgemein ist, so macht ihn eben diese Allgemein-heit ehrwürdig. Eine Vollkommenheit ist er frey-lich nicht, noch weniger aber in der Schwäbischen

Mund-