Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1782)
Entstehung
Seite
171
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l.Kap. Voil den Buchstaben. §.42.4). 171

Mundart, wo man alle st wie seht hören laßt, dubist, er ist, Christus, wie bischr, ischr, Chrisch-tus. Die Niederdeutschen, welche den Zischlaut sosehr meiden, als sie können, lassen in dem st und spallemahl ein reines s hören, und werden dadurchAusländern freylich wohlklingender.

§. 42. Das s wird nie anders, als an das En- Laut des s.de einer Sylbe, gesetzt, und kann daher auch nie an-ders, als scharf, ausgesprochen werden: es, was,das, des Daches, böslich, die Bosheit, Eis,Maus, Dachs. Es stehet aber: 1. Am Endesolcher Sylben, welche nicht weiter verlängert wer-den, es, Daches. Ausgenommen sind das undwas, welche in dessen und wessen gebogen wer-den. 2. Wenn es aus dem gelinden s entstandenist, oder doch in der Flexion in dasselbe übergehet:böslich, boshaft, Bosheit, von böse; Beweis,Maus, Aas, weil man sagt, Beweise, Mäuse,Äser. Es nach dem r wie sch aussprechen, Vers,Mars, wie Versch, Marsch, ist ein Fehler rauherMundarten, nicht aber der Hochdeutschen. Wenndie Hochdeutsche Mundart am Ende mancher Wör-ter ein gelindes s hören läßt, so bezeichnet sie sol-ches durch das mildernde e, und alsdann gehetdas s von selbst in s über: böse, leise, Franzose,weise, l2pien8, N)aise, or^mius, die Reise, fürdie härtern bös, leis, Franzos, weis, Ü)ais,Reis.

§. 4z. Das ß, dieser Stein des Anstoßes man- Von dem ß.cher Oberdeutschen Provinzen, wird sehr irrig Eszetgenannt, wenn damit angedeutet werden soll, daß esaus dem s und ; zusammen gezogen sey, indem es

erweis-