176 i.TH. i.Abschn. Bildung der Wörter.
gleich in derHochdeutschenMundart seltener geschie-het, so geschiehet es doch desto häufiger in den Mund-orten, in eigenen Nahmen, und in andern Spra-chen : Miez, Aiez, Plaaz, L>uzo, Slaaz,Schlaiz, Za/,« u. s. f. woraus doch wenigstens soviel folget, daß das z an und für sich kein doppelterHauptlaut seyn könne. Und wenn er es im Nie-derdeutschen, im lateinischen, kurz in allen übrigenSprachen, nicht ist, warum soll er es bey einerleyAussprache gerade im Hochdeutschen seyn? Das rzverbannen wollen, verrath überdieß eben nicht diefeinste etymologische Kenntniß. Überall, wo esvorkommt, laßt sich beweisen, daß das z der End-laut s ist, der zur Verstärkung oder zur Bezeich-nung anderer Nebenbcgriffe an Wurzelwörter an-gehänget worden, und nach manchen Hauptlauten,vornehmlich aber nach dem t, gern in das harte zübergehet. Seyen, blitzen, blinzeln, playen,Gcharz, reirzen, schlitzen, spreirzen, grunzen,Tarze,u. s. f. fürset-scn, blir-sen, blin-seln,plar-sen, Schar-s, reir-sen, schlitzsen, spreir-sen, grun-sen, Tac-se. Durch solche Neue-rungen wird der Bau der Wörter nicht ausgeschlos-sen, sondern so gar da, wo unsere Vorfahren fürHessen Ausschließung gesorget haben, verdunkelt.
Zweytes