Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1782)
Entstehung
Seite
175
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i.Kap. Von den Buchstaben. §.48.49. i?5

wird es, so wie das f, oft so gelinde als ein rv aus-gesprochen: Frevel, Gtüver, Sclave.

§. 48. Das rv ist der gelindeste Blaselaut, da- Des w undher es im Deutschen nur vor einem Hülsslaute ste- desr.hen kann, rvehen, 5Vmd, ewig, Ü.örve. Das xist das einfache Zeichen eines zusammen gesetztenlautes, welches die Deutschen mit dem lateinischenAlphabete bekamen, und eS in manchen Fallen zuBezeichnung des lautes ks und chs anwandten:Axr, Rur , Hexe, Lidere.

§. 49. Das der härteste Sauselaut, S.§. 4°- Von dem z.ist mehrmahls für einen doppelten Hauptlaut aus-gegeben, und diese Behauptung denn dazu gebrauchtworden, das rz als eine unnütze und fehlerhafte Ver-doppelung zu verbannen. Mit wie wenig Grunde ,beydes geschehen, laßt sich sehr leicht zeigen. Zueinem doppelten laute wird erfordert, daß derMund unvermerkt von einer Art des Druckes zudem andern übergehe; davon findet sich in dem znun gerade nichts: denn wenn der Mund von dem cohne Öffnung dazwischen zu dem s übergehen will,(denn aus diesen beyden lauten soll das z zusam-men geseßet seyn), so entstehet ein ganz andererlaut, als wenn er z mit einer einigen Öffnung aus-spricht. Die bloße Härte reicyt zu einem Doppel-laute nicht hin, sonst müßten p, f, v, ö und r gleich-falls Doppelbuchstaben heijsen, und das c müßte,wenn es vor dem e und i wie z lautet, es gleichfallsseyn. Ein doppelter Buchstab erfordert der Regelnach einen geschärften Hülfslaut vor sich; alleindas z kann nach einem gedehnten Vocal so gut ste«hen, als nach einem geschärften, und wenn solches

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