Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1782)
Entstehung
Seite
174
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174 i.Th.i.Abschn. Bildung der Wörter.

dorS Zeiten an durch alle Jahrhunderte in derDeutschen Sprache findet, da man noch lange nichtdaran dachte, das h als ein Dehnungszeichen zugebrauchen. Es scheinet vielmehr einen Mittellautzwischen dem d und t bezeichnet zu haben, derglei-chen die Griechen durch ihr g ausdruckten, und der-gleichen die Engländer in ihrem noch jeht ha-ben, wenn es nicht vielmehr seinen Ursprung einerEigenheit der alten Oberdeutschen Mundarten zudanken hat, welche dieses t mit einem Hauche ausder Gurgel aussprachen. Siehe, was ich in mei-nem Deutschen Wörterbuch von der Geschichte die-ses Buchstabens beygebracht habe. Was nun auchdieser Buchstab für einen Ursprung haben mag, soist es doch gewiß, daß er da, wo der Gebrauch ihneinmahl eingeführet hat, mit dem t völlig gleichlautend ist.

Aussprache §. 47. Das v hat sich von den ältesten Zeitendes v. mit dem f in den harten Blaselant getheilet;allein diese Theilung ist theils sehr ungleich ausge-fallen, indem das f die allermeisten Wörter an sichgezogen hat, theils ein wenig unschicklich gerathen,indem Wörter eines Ursprunges bald eins bald ein vbekommen haben, Volk und folgen, voll und fül-len , vor und für. Indessen ist diese Ungleichheitnun einmahl von der ganzen Nation angenommen,und kann nicht anders, als durch ihre allgemeineEinwilligung gehoben werden. Man bemerke da-her nur noch, daß das v da, wo es gebraucht wird,dem f völlig gleich lautet, es mag zu Anfange ei-nes Wortes, oder in der Mitte, oder am Ende ste-hen: Varer, Vetter, von, viel, Vogel, Ner-ve, brav, massiv. Zwischen zwey Hülfslauten

wird