2. Kap. Ursprung der Sprache. §.56. 19z
Sinne aus. Die erste Empfindung des Hörbaren in NacktederNatur war nur dunkel, so auch der erste Ausdruck Wurzel-derselben, ohne Zweifel ein einfacher noch unge-schlachter Hauptlaut. Beobachtung und 'Aufmerk-samkeit machten die Empfindung klarer und denAusdruck bestimmter. Der ungeschlachte Haupt--laut verwandelte sich in den geschlachtern, dem Na-turtone angemessenen, und es gesellete sich einHülfö-laut dazu, die bemerkte Höhe oder Tiefe des Toneszu bezeichnen. Das Wehende, Säuselnde, Zittern-de u. s. f. ward nach der Höhe oder Tiefe des Toneörva, rve, roi, rvo, rvu; ra, re, ri, ro, ru; ab,eb, ib, ob, ub; as, es, is u. s. f.
Wir wollen diese ersten Laute N?ur;eltamenennen, weil sie nur noch Ausdrücke einzeler Em-pfindungen sind, die noch bey weitem nicht alle dieKlarheit haben, deren sie sahig sind. Diese Klar-heit verschaffte der Vorstellung die fortgesetzte Auf-merksamkeit, welche, zum Beyspiel, in den durch rnur noch dunkel ausgedruckten Lauten eine neueMannigfaltigkeit entdeckte, sie mir ihrem eigen-thümlichen Hauptlaute bezeichnete, und dadurch denzuerst nur noch dunkel empfundenen laut in fo vieleGeschlechter zertheilte, als sich neben dem allgemei-nen Merkmahle noch besondere Merkmahle empfin-den ließen. So zerfiel der noch sehr unbestimmteLaut r von selbst in die Laute rb, rch, rd, rt, rj> rn,rs n. s. f. und mit bemerkter Höhe oder Tiefe desTones in die laute rab, reb, reib, rib, rob, rub;räch, rech, rich, roch, ruch; ras, res, ris, ros,rus u. s. f. Jetzt war die Vorstellung fchon völligklar, und der Ausdruck derselben bestimmt, und invielen Fallen so klar und bestimmt, daß kein wei-terer Zusatz möglich war, weil sich in dem Laute-selbst nichts Mannigfaltiges mehr entdecken, folg-Adel.D.Spr. N lich