Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1782)
Entstehung
Seite
192
Einzelbild herunterladen
 

/

192 I. Th. I. Abschn. Bildung der Wörter.

allen seinen innern Empfindungen noch nie Sprache-erfunden hat.

Und sind §. 55. Die äußern Gegenstände, die Quelle undMMh- der Ursprung aller unserer Erkenntniß, werden aufmünzen der fünffache Art empfunden. Allein, soll unsereNatur^" VorMrmg. davon durch Sprache ausgedruckt wer-den, oder, welches eben so viel ist, ein hörbaresMerkmahl enthalten, so muß das erkannte Merk-mahl selbst tönend oder hörbar seyn, weil sich sonstnichts an dem Gegenstände hörbar bezeichnen läßt.Sprache kann also ursprünglich und eigentlich nichtsanders, als hörbarer Ausdruck der hörbaren Merk-mahle der Dinge, oder Nachahmung der tönendenNatur, seyn. Wer dieses noch weiter ausgeführt,und, doch nur aus Schlüssen, bewiesen haben will,der lese Herders Preisschrift über den Ursprung derSprache. So lange bis der erste Mensch dazu ge-langte, sich ein hörbares Merkmahl von den Din-gen außer ihm abzureißen, und dazu mußte er, beyseinen Fähigkeiten und bey seiner Bestimmung zumgesellschaftlichen Umgange, sehr bald gelangen, war>er ein bloß dunkel empfindendes Geschöpf, welcheszwar freye Bewegung und instinctmäßigen Trieb,sich des Hungers zu erwehren, aber noch keine kla-ren und noch weniger deutliche Vorstellungen hatte,weil die sich erst mit der Sprache entwickeln konnten.

5/lutum tuipe Z)ecu5Doncc veiba, ^uibuz voces lenlu5^ue notarentUniiuns^ue invelierc. //o?-. 8erm. 1.1.

Vorstellung §. 56. Auf diesem Wege des Gehöres nun ent-.md Spra- wickelten sich in dem Menschen klare Erkenntnißckeln"sich ""ö Sprache zu ein und eben derselben Zeit, undgegenseitig, bildeten sich wechselsweise mit Hülfe der übrigen

Sinne