siO i.Th.i.Abschn. Bildung der Wörter.
wußt, sondern ihre Nahmen erst von einem gehaß-ten herrschsiichtigen Volke erbetteln müssen. Ebenso verhalt es sich mit caseu!,' und V.äse, but^rum,
/Z-vT'v^ und Butter, Feuer und Fuß, xe«und Mutter, mater und Vater, xs-
ts5 undThier und und tausend
andern mehr. Die Nahmen das Zxäses und derButter haben die Deutschen ohne Zweifel noch mitaus ihrem ehemahligen Auftnthalte am schwarzenMeere gebracht, und eben daher hatten die Griechenund Italiener sie auch. Wenn aber ein rohes Volkfeine Bildung von einem gesittetem erhält, so nimmtes die fremden Werkzeuge, Bequemlichkeiten, Er-findungen, Gebrauche und Einrichtungen oft mitihren fremden Nahmen an, welches auch gemeinig-lich der Fall ist, wenn ein schon ausgebildetes Volkdurch Reisen und die Handlung ausländische Be-quemlichkeiten einführet. Die Deutschen habenihre Cultur theils aus Italien, theils aus Frank-reich erhalten, und auf diesem Wege haben sich dennfreylich sehr viele fremde Wörter bey ihnen einge-schlichen, nicht allein, was die Religionsverfassungbetrifft, z. B. Priester, Altar, predigen, pre-digt, Almosen, Papst, Aanzel u. f. f. sondern auchin Ansehung anderer Einrichtungen und Gebräu-che. So ist es z. B. wahrscheinlich, daß der Pflug,als eine künstliche Erfindung des verseinerten Feld-baues, aus Italien Zu uns gekommen ist, und ebenso wahrscheinlich ist eö daher auch, daß die WörterAolrer und Sech, welche in manchen Provinzendas Pflugmesser bedeuten, aus dem iat.cultc.-r undsoccus, letzteres von secare, herstammen. 2. EineSprache kläret die andere auf; das heißt, wennman ein Wort in einer Sprache hat, dessen Abstam-mung und eigemliche Bedeutung dunkel und unbe-stimmt