2. Kap. Ursprung der Sprache. §. 62. 211
stimmt sind, so führet uns das gleich bedeutendeWort einer andern Sprüche oft auf den rechten Weg,beydes zu finden. Das Deutsche flackern, hin undher bewegen, zeiget, daß das 4at. tiaArN-e, brennen,nur eine übergetragene Bedeutung von der flackern-den Bewegung ist. Die Vergleichung des Angels.klcmn, die Flucht, des mittlern 5at. Z^smen, eineFahne, und des iat.I^lammz und Deutschen Llam?mc, lehret, daß in allen diesen Wörtern eine ähn-liche schnelle Bewegung gleichfalls der Grund derBenennung ist. Wenn man ungewiß wäre, woherman unfer Tand und tändeln leiten sollte, so wirddas Engl. w äancile, ein Kind in den Armen tan-zen lassen, die Spur zeigen, und zugleich an das nocheinfachere Griechische <^?^, bewegen, erinnern. Undwenn sich auch in den Wurzellauten selbst keineÄhn-lichkeit des Lautes finden sollte, so wird doch dieÄhnlichkeit des Begriffes die Ableitung wenigstensmuthmaßlich angeben. Wenn man z. B. weiß,daß 8pirim», anims, 7?l-5v/t« u. s. f. lauter Bilderdes Hauches, des Windes sind, so wird man denStamm unsers Wortes Geist nur auf eben diesemWege suchen dürfen, und ihn gewiß finden. DerGang des menschlichen Geistes ist sich unter allenZonen so ziemlich gleich, und die Sprachen sindüberall getreue Nachahmungen der Natur. Wennzehn geschickte Künstler eine und eben dieselbe Per>son mahlen, so werden alle zehn Bilder der Per-son! ähnlich seyn, wenn sie gleich in der Stellung,in der Kleidung, und in andern Nebenstücken voneinander abweichen sollten, und zehr. Sprachenwerden bey aller scheinbaren Verschiedenheit dochnoch immer Übereinstimmung genug behalten, densich immer gleichen Gang der Natur darin zu er^kennen,
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