Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1782)
Entstehung
Seite
268
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268 i. Th. 2. Abschn. Von den Redetheilen.

er doch wissen, zu was für einer Classe von Begrif-fen dasselbe gehöret, und worin das Wesentliche die-ses Begriffes besiehet. Wenn man z. B. einendeutlichen Begriff von dem Artikel hat, so kanndessen Anwendung keinen Schwierigkeiten mehr aus-gesetzt seyn; wenn man deutliche Begriffe von demAdjectiv und dem Adverbio hat, so wird man nichtGefahr laufen, beyde miteinander zu verwechseln,und da vom Adjectiv zu reden, wo nichts als Ad-verbium ist.

Man sollte daher glauben, so viele Sprachleh-rer aller Nationen würden in so vielen Jahrhunder-ten diesen Gegenstand einmahl erschöpft haben, daer so wesentlich mit der ganzen Sprachlehre verbun-den ist, und den einigen Grund des ganzen Syn-taxes auSmucht. Allein, da herrscht überall dieunverzeihlichste Nachlässigkeit und eine bey nahe un-glaubliche Seichtigkeit. Der Artikel ist da nochimmer ein Wort, welches das Geschlecht anzeigt;ein Nennwort, ein Wort, vor welches man einenArtikel sehen kann; ein Substantiv, ein Nennwort,vor welches man nur einen Artikel sehen kann; einAdjectiv, vor welches man alle drey Artikel sehenkann; das Pronomen, ein Wort, welches anstatt ei-nes Nennwortes gesetzt wird; das Verbum einWort, welches das Thun oder beiden mit der Zeitandeutet, oder nach andern, Wörter, vor welche manpersönliche Fürwörter im Nominativ setzen, und sievermittelst derselben conjugiren kann. Fragt manetwa weiter, was denn conjugiren heißt, so be-kommt man die Antwort: durch Personen, Nume-ros, Modos und Tempora verandern; und was der-gleichen traurige Erklärungen mehr sind. Wie sichaus denselben das Wesen und der Gebrauch einesRedethciles entwickeln lasse, läßt sich leicht einsehen,

und