Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1782)
Entstehung
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290
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290 I.TH. 2.Abschn. 2. Kap. Substantiv.

dccheil gehalten und das Hauptwort genannt wer-den, wie von einigen neuern Sprachlehrern ge-schehen.

Cmtbei- H. "8. Die erste Veranlassung zur Sprache,lu»g ui con-folglich auch zu den Nahmen der Dinge, gaben diecrcte und außer dem Menschen befindlichen hörbaren undobMcte. scharen Dinge; allein an diesen war vieles be-findlich, was der Mensch in der Kindheit seiner Er-kenntniß nicht mit dem Dinge, woran es sich be-fand, zugleich denken, oder es doch nicht mit einemund eben demselben Worte ausdrucken konnte, da-her ward er entweder aus eingeschränkter Beschaf-fenheit seiner Erkenntniß, oder weil das Wesen derSprache es nicht anders erlaubte, genöthiget, vie-les, was nicht für sich selbst existirte, als selbständigzu denken und auszudrucken. Man hat diesenSchritt des menschlichen Verstandes wohl mehr-mahls für ein vorzügliches Kunststück desselben aus-gegeben, so sehr er auch ein Beweis und eine Folgeseiner Eingeschränktheit und Kindheit ist, welcheein Ding mit seiner Eigenschaft nicht auf einmahldenken und ausdrucken konnte, sondern beyde tren-nen, und sich die letztem eben so selbständig vorstel-len mußte, als die erste. Auf solche Art haben wirnun zwey Haupt-Classen von Substantiven oderHauptwörtern bekommen, solche, welche wirklichselbständige Dinge oder Substanzen bezeichnen,ccmcrera, dergleichen Haus, Baum, Stein u. s. f.sind, und solche, welche etwas unselbständiges, oderwas sich nur an einem andern Dinge denken lässet,als für sich bestehend darstellen, abjtracra, weilsie von dem selbständigen Dinge gleichsam abgezo-gen und abgesondert sind, Tugend, Schönheit,Größe,

§. "9.