2. Dessen Bildung. §. izz. zu
mildernde e am Ende annehmen, sowohl dem wei-chen Endbuchstaben seine weiche Aussprache zu er-halten, als auch die aus der Einsylbigkeit entsprin-gende Härte mancher anderen Substantive zu mil-dern : Bnbe, Auge, Anabe, Bremse, Schwa-be, Franzose, Schwede, Däne, Görze, derGatte, der und das Erbe, das Ende, Buhle,L.öwe, Hase u. s. f. In Schwaben siehet manscheel dazu, und beschuldigt die Hochdeutschen wohlgar, daß sie aus Unwissenheit den Wörtern männ-lichen und sächlichen Geschlechts ein weibliches eanhängen; allein man verräth dadurch zugleich seineIlnkunde in der Cultur der Sprache und ihrem Gan-ge. So bald sich eine Sprache mit Geschmack ver-feinert, ist sie auch darauf bedacht, zusammensto-ßende Hauptlaute durch Hülfslaute zu trennen, unddie stark betonten einsylbigen Redetheile, und be-sonders die Substantive dieser Art durch einen an-gehängten Hülsslaut mehrsylbig zu machen. Sohaben sich die Griechische, lateinische und Franzö-sische Sprache ausgebildet, und so hat sich auch dieDeutsche Sprache seit Keros Zeiten zu verfeinerngesucht, und sie thut daher im Hochdeutschen weiternichts, als daß sie auf diesem seit zehen Iahrhun.derten betretenen Wege fortwandert, wenn gleichihre Cultur in dem südlichen Deutschlande seit drey-- hundert Iahren stille stehet. Es konnte dieses weit-läufig bewiesen werden, wenn es die Mühe belohnte.Selbst das so genannte weibliche e ist im Grundenichts anders, als dieses e euphonicum, weil keinGrund vorhanden ist, warum man es gerade nureinigen weiblichen Hauptwörtern sollte angehängethaben, so vielen andern aber nicht, auch nicht zubegreiffen ist, wodurch man veranlasset werden kön-nen, in Liede, Ehre, Ehe, Ähre, Ecke, Ege,
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