Z44 i.TH. 2.Abschn. 2.Kap. Substantiv.
geschweigen, daß dieses Hülfsmittel nur alsdannvon einigem Nuhen seyn würde, wenn beyde Sub-stantive von verschiedenem Geschlechte sind, so wirddurch diese Vermuthung den rohen und ganz sinn-lichen Sprachersindern wohl ein wenig zu viel Ehreerwiesen. Wir haben bereits in dem vorigen be-merkt, daß Menschen dieser Art, und noch jeht denWilden, alles belebt, alles beseelt ist. Jede auchnoch so gemeine Veränderung und Erscheinung istihnen das Werk eines lebendigen Wesens, welches sieallemahl nach sich beurtheilen, und ihm alle theilsgute, theils böse Eigenschaften beylegen, welche sie ansich und ihrem Geschlechte kennen. In dieser Ver-vielfältigung der selbständigen Wesen, welche beymehr Cultur zugleich die Veranlassung der Viel-götterei) ward, liegt der wahre Grund der vielen ab-stracten Substantiven, welche sich iminer schon in derKindheit aller Sprachen finden, da man von demNuhen solcher Abstractionen gewiß noch nichts wit-tern kann. Da man nun einmahl alles für einebeseelte Substanz hielt, wovon man keinen Grundangeben konnte, und diese Substanzen immer nachsich selbst zu beurtheilen pflegte, so war es sehr na-türlich, ihnen auch das Geschlecht beyzulegen, wel-ches man an sich und allen lebendigen Geschöpfenbemerkte. Und daher rühret denn die so allgemei-ne, und mich in den entferntesten und verschieden-sten Sprachen so einmüthige Eintheilimg der Sub-stantiven nach den Geschlechtern, welche unerklärbarseyn würde, wenn sie nicht auf das tiefste in der gan-zen Natur des Menschen und in der Art und Weiseseiner Erkenntniß gegründet wäre. „Gott hat„nichts erschaffen, heißt es im demAlkoran, wasnicht männlich und weiblich wäre; das ist von al-„len Erzeugnissen der Erde, von den Seelen, und
„selbst