z. Geschlecht. §. 14z. Z45
„selbst von Dingen gewiß, von welchen man es am„wenigsten vermuthen sollte. " Die ältesten Mor-genländer, die Araber, Syrer und Hebräer gehendarin so weit, daß sie selbst unter denjenigen Glie-dern, welche sich paarweise an dem Menschen besin-den, zweyerley Geschlecht annehmen, und solches we-nigstens durch die Construction bezeichnen.
§. 14z. Da der sinnliche Naturmensch alles, Anzahl derwas er siehet und empfindet, wenigstens eineZeitlang Geschlcch-für eine beseelte Substanz hält, so scheinet es, daß inden ersten und ursprünglichen Sprachen nur zweyGeschlechter Statt gesunden, das männliche unddas weibliche, und noch jetzt haben manche Spra-chen nicht mehr, als diese zwey. Allein vielleicht hat-te man von manchen Erscheinungen in der Kindheitder Erkenntniß selbst so dunkele Begriffe, daß manihnen mit überwiegender Gewißheit keines von bey-den Geschlechtern beylegen konnte, und so entstanddas dritte, das G>mis Neutrum, oder das sächli-che, welches von vielen Sprachlehrern sehr unschick-lich das ungewisse genannt wird, indem eö so gewißund bestimmt als eines der beyden übrigen ist, wennes gleich aus der Unwissenheit der ersten Sprach-erfinder seinen Ursprung haben sollte. Allein, damanche Sprachen dieses Geschlecht gar nicht kennen,so können diejenigen Völker, welche es haben, beymehr Cultur die Unschicklichkeit eingesehen haben,ein jedes wirkliches oder als wirklich gedachtes Dingentweder männlich oder weiblich zu machen, unddaher für die spater gebildeten Substantiven in man-chen Fallen dieses sächliche Geschlecht angenommenhaben. Doch dem sey wie ihm wolle, so haben wirjetzt im Deutschen zwey Hauptgeschlechter: 1. daspersönliche, für alle diejenigen Begriffe, welcheman als Personen oder beseelte Substanzen dachte,
-Z) 5 welches