Z46 i. Th. 2. Abschtt. 2. Kap. Substantiv
welches denn wiederum entweder männlich oderroeiblich ist, Masculinum und Lämimnum;und 2. das sächliche, Neutrum, für alle dieBegriffe, welche man als Sachen oder unbeseelteSubstanzen dachte oder gedacht wissen wollte.
Grund d«^- §. i44. Da man einmahl alle selbständigen undselben. als selbständig gedachten Dinge durch äußere Merk-mahle in gewisse Classen theilen wollte, so würdeman dieses Mittel auf eine überaus nützliche undfruchtbare Art haben anwenden können, wenn maneinen schicklichern EintheilungSgrund gewählet hät-te, als das Geschlecht. Allein alsdann hätten dieUrheber der Sprache wenigstens deutliche Begaffevon den Dingen haben müssen, die wir doch bey ih-nen noch nicht annehmen können. Daher bliebensie bey dem allcrsümlichsten und unschicklichstenMerkmahle stehen, welches man sich nur denkenkann, und da sie an sich und an den Thieren Zweyer-ley Geschlecht bemerkten, so wendeten sie solchesauf alle übrige, wahre oder eingebildete Substan-zen an, und pflanzten dadurch den überzeugendstenBeweis von der Kindheit ihres Verstandes auf ihreNachkommen fort. Was für Empfindungen siedabey zum Maßstabe angenommen haben, läßt sichungefähr errathen. Alles, was den Begriff derLebhaftigkeit, Thätigkeit, Stärke, Größe, auchwohl des Furchtbaren und Schrecklichen hatte, wardmännlich; alles, was man als empfänglich, frucht-bar, sanft, leidend, angenehm dachte, ward weiblich,und alles, wo die Empfindung getheilt war, oderwo der Begriffso dunkel war, daß keine der vorigenEmpfindungen das Übergewicht bekam, ward säch-lich. Konnte man wohl einen seltsamern und will-kührlichern Eintheilungsgrund wählen?
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