Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1782)
Entstehung
Seite
389
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5. Von der Declination. §^172. 389

eigentlich Fallendungen, Abfälle oder Umen-dungen nennen.

Aus dem vorigen erhellet, daß die Verhältnisse,worin ein Substantiv, besonders in dem Prädicate,zu stehen kommen kann, sehr vielfach sind; allein,da sie von den Sprachschöpfern nicht alle mit glei-chem Grade der Klarheit empfunden und gedachcwerden konnten, so weichen die Sprachen sowohl inder Anzahl ihrer Casuum, als auch in der Art, siezu bezeichnen, sehr von einander ab.. MancheSprachen bezeichnen jedes Verhältniß, von welchemdie Erfinder und Ausbilder der Sprache einen kla-ren Begriff gehabt, an dem Worte selbst, und ha-ben daher dreyzehen und mehr Casus . Anderezählen ihrer weit weniger, und drucken entwederdrey, vier und mehrere Verhältnisse auf einerleyArt aus, weil sie von ihnen nur sehr dunkele Em-pfindungen hatten, oder helfen sich durch die Prä-positionen, welche in allen Sprachen zur Ergän-zung der mangelhaften Casuum da sind.

Das Verhältniß selbst kann so wenig ein Ca-sus heisssn, als dessen Umschreibung vermittelst ei-ner Präposition, weil wir sonst in jeder Spracheeben so viele Casus annehmen müßten, als es Ver-hältnisse der Substantiven, und als es nicht alleinPräpositionen, sondern so gar verschiedene Bedeu-tungen derselben, gibt. Nur dann verdienet einVerhältniß den Nahmen eines Casus, wenn es inden meisten Fällen unmittelbar an dem Worteselbst bezeichnet wird; ich sage in den meisten Fäl-len, um dem Einwürfe vorzubeugen, daß nicht alleWörter in einer Sprache deutliche Casus-Zeichenhaben, welches denn weiter nichts beweiset, als daßmail aus Mangel klarer Begriffe das in einzelen

B.b z Fällen