Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1782)
Entstehung
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5. Von dcr Declination. §.187. 419

auch die erste und älteste, indem sie nur den Genitivder Einheit und den Dativ der Mehrheit, jenendurch das charakterischs s und diese durch n aus-drückt. Sie kommt hierin mir der ersten übcrein,mir daß sie zu ihrer Biegung kein e gebraucht, da-her sie auch den Nominativ der Mehrheit durch kei-ne eigene Biegungbsylbe bezeichnen kann. Wennsich der Nominat. des Singulars bereits auf ein nendigt, so kann der Dativ des Plurals kein neuesmehr annehmen, daher alle dergleichen Wörter nurallein den Genitiv der Einheit ausdrucken können:der Balken, des Balkens, Plur. die kalken,Dat. den Balken. Einige alte OberdeutscheMundarten hangen den Wörtern auf er, besondersden männlichen dieser Art, im Nominativ des Plu-rals noch ein c an, als wenn sie nach der ersten gin-gen: die Befehlshaber?, Vaeere, Bürgermei-srere; welcher Gebrauch, der im Hochdeutschen einFehler ist, sich aus einer übertriebenen Sorgfalt nochin manchen Kanzelleyen erhalten hat.

Nicht so fehlerhaft ist der Gebrauch, manchenWörtern dieser Declination im Dativ und Accusa-tiv der Einheit noch ein n anzuhängen, welches abernur in dem Falle geschiehet, wenn der bestimmteArtikel verschwiegen wird, da denn dieses n nichtBieguugssylbe, sondern eigentlich ein nachgesetzterArtikel ist, welcher zugleich den sollst unkenntlichenCasum bezeichnet. Indessen ist dieser ganze Ge-brauch theils nur noch in den niedrigen Sprechar-ten üblich: ich habe es Vaecrn gesagt, für demVarcr, rufe Brüdern, für den Bruder; theilsnur noch in manchen Aufschriften der Briefe, z.B.Herren, Herren Kchrern, Bürgermei-

stern , Stadtrichrern u. s. f. in Ulm . Die Wör-ter dieser Art, welche gleichfalls nur abgeleitete

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