Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1782)
Entstehung
Seite
429
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5. Von der Declination. §.192. 429

wenden; nur im Hochdeutschen hat uns diese Ver-kürzung allerley Unordnungen veranlasset, und man-che Ungleichheiten in die Declinationen eingeführet.

Denn als die alte Oberdeutsche Mundart durchden verfeinerten Geschmack der Hochdeutschen ver-feinert und weiter ausgebildet wurde, gab manvielen dieser Wörter die abgebrochene Ableitungs-sylbe wieder, andere behielt man in der abgekürztenOberdeutschen Gestalt, noch andern aber hängteman das mildernde Hochdeutsche e an, besonderswenn sich das verkürzte Wort auf einen weichenHauptlaut endigte, welcher in der Declinationweich lauten mußte.

Die vornehmsten Wörter dieser Art, welche imHochdeutschen sowohl verkürzt, als vollständig mitihrer Ableitungssylbe gebraucht werden, sind:

Drunn und Brunnen. Lärm und Lärmen.

Daum und Daumen. Rahm und Rahmen.

Fels und Felsen. Reifs und Reifsen.

Fußstapf und Fußsta- Riem und Riemen.

pfen. Schmerz u. Schmer-Gaum und Gaumen. zen.

Alump und V^lum- Schreck u. Schrecken.

pen. Srriem und Striemen.

Anoll und Rnollen. Streifs und Srreifsen.

Diejenigen aber, welchen man das mildernde eangehänget hat:

Friede und Frieden. Hausse und Haussen.

Funke und Funken. t"lahme und Nahmen.

Gedanke und Gedan- Same und Samen.

ken. Schade und Schaden.

Glaube und Glauben. lVille und NAllen.

Bey