5. Von der Declination. §.2i8. 469
Mann bedeutete ehedem einen Menschen, undin engerer Bedeutung eine Person überhaupt, wo-von theils in den unbestimmten PronominibuS man,jemand, niemand, theils in den R. A. der dritteMann, die dritte Person, etwas an den Manndringen, wenn ^loch an Mann gehet u. s. f.theils in den Zusammensetzungen Aundmann,ITXihnnann oder Gewährsmann u. s. f. nochSpuren übrig sind, als welche ohne Unterschied desGeschlechtes gebraucht werden. Jetzt braucht manes am häufigsten in eingeschränkterer Bedeutung, so-wohl von einer Person männlichen Geschlechtes über-haupt, als auch in engerm Verstände mit dem Ne-benbegriffe, sowohl einer verheuratheten männlichenPerson, im Gegensatze der Frau, als einer männ-lichen Person von entschlossenem Muthe und anstän-digem gesetzten Betragen.
Leute ist im Hochdeutschen nur allein im Plu-ral üblich, und auch hier nur als ein Collectivum,mehrere Personen ohne Unterschied des Geschlechtesvon unbestimmter Anzahl zu bezeichnen, doch mitdem Nebenbegriffe, daß es entweder uns unterwor-fene, oder doch geringe, verächtliche Personen, Per-sonen aus dein Volke sind. Als ein Collectivumkann es mit keinem bestimmten Zahlworte gebrauchtwerden, (nicht Zwey, sechs, zehn Leute, aberwohl viel, wenig Leute,) so wie es wegen des ihmanklebenden verächtlichen Nebenbegriffes in der ed-lern Schreibart nie von Personen gebraucht werdenkann und sollte, von welchen man mit einiger Ach-tung zu sprechen Ursache hat, so gemein es auch imgemeinen Leben ist, dieses Wort für Personen über-haupt zu gebrauchen.
Eben dieses gilt nun auch von den mit beydengemachten Zusammensetzungen. Die Zusammen-
Gg z setzungen