Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1782)
Entstehung
Seite
473
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5. Von dcr Declination. §.219. 47z

gekommen sind, so folgen sie insgesammt der lateini-schen Declination. Man pflegt dergleichen Wör-ter, wenn sie im Deutschen gebraucht werden müs-sen, auf eine vierfache Art zu behandeln.

1. Man lässet ihnen ihre eigenthümliche Decli-nation. Diese ehedem sehr gangbare Art hat jetztviel von ihrem Werthe verloren, seitdem der Ge-schmack so sehr verfeinert worden, daß man das Un-schickliche empfindet, welches aus der Vermischungmehrerer Sprachen entstehet, daher man fremdenWörtern, wenn man sie nicht entrathen kann, we-nigstens in der Biegung ein Deutsches Ansehen zugeben sucht. Indessen kann man die LateinischeArt doch nicht ganz entbehren, besonders nicht, wennein oder das andere Wort, welches sonst eben imDeutschen nicht gangbar ist, entlehnet werden muß,die Derveisrraft dieses Dicti; oder wenn ganzeRedensarten gebraucht werden müssen, z. B. (>'vu>curlu-, cr?cüt«rmn, l^vlica tscra, welche man da-her auch lieber mit lateinischen Buchstaben schrei-bet; oder endlich, wenn ein lateinisches oder Grie»chifcheS Wort, keine Deutsche Declination anneh-mehmen kann, und sich auch nicht dazu geschickt ma-chen lässet; z. B. des Verbi, die Dcrba. Umnun bey diesen und andern Wörtern sowohl der la-teinischen als der Deutschen Declination auszuwei-chen, hat man in den neuern Zeiten einen gedoppel-ten Weg versucht.

2. Entweder den Nominativ dcr Einheit durchalle Endungen und Zahlen unverändert zu gebrau-chen, und die Declination, wie oft bey eigenen Nah-men üblich ist, bloß durch den Deutschen Artikel zuverrichten: d»s Adverbium, des Adverbium,dein Adverbium, Plur. die Adverbium, derAdverbium, den Adverbium. Oder

Gg 5 z. um