Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1782)
Entstehung
Seite
627
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Von dem Beyworte. §.zoo. 627

sie annehmen muß: dein guter alter ehrlicherVa-ter, nicht dein guter alte ehrliche Vater; obgleichin andern CasibuS die einmahlige vollständige Bie-gung hinlänglich ist. So auch ein einiges liebesZvind; vier arme verlassene Rinder; etwasGroßes, Vortreffliches und Glänzendes.

§. zoo. Wenn das Bestimmungswort im No- Nominativminative des Plurales die FlexionS-Sylben selbst ^Mral«.annimmt, so bekommt das Adjectiv hier allemahl n,wie in der ersten Art, daher dieses n hier nie ver-bissen werden sollte: deine schönen Bücher, kei-ne bunten Blumen, wir armen ehrlichen Leu-te, unsere schönen großen Häuser. Von denAusnahmen, welche einige allgemeine Zahlwörtermachen, ist schon im vorigen geredet worden. Hataber das Bestimmungswort keine Biegungszeichen,so fällt das n weg, weil das Adjectiv alsdann nachder folgenden dritten Art gebeuget wird: zweyblinde Männer, vier schöne große Blumen,rvenig fromme Leute, viel böse Menschen.

In der ersten Art dieser Declination ist keinVocativ möglich, wohl aber in dieser, doch nur mitden persönlichen Pronominibus, du, er, sie und ihr,und mit dem Possessivs mein. Da nun der Voca-tiv im Deutschen dem Nominative gleich ist, so folgter dessen Form: du, guter Freund! er, loserMann! ihr alrer Geck! mein lieber Mann!mein gutes Zvind! weil diese Bestimmungswörterim Nominativ des Singulars kein Biegungszeichenhaben. Da selbiges aber im Nominativ des Plu-rals da ist, und zwar an dem mein sichtlich, andem ihr und sie aber versteckter, so muß das Adjectivauch hier ein n bekommen: meine lieben Freun-de; ihr gmen Leure; sie armen Zunder.

Rr 2 Dritte