Von dem Beyworte. §.335. 635
häusig ^das Gegentheil, besonders in den Casibus,welche sich auf cr endigen, vermuthlich aus Ver-wechselung mit dem männlichen Nominativ: eineReihe wohlklingender Deutscher Verse, wo eseigentlich wohlklingender Deutschen Verse heis-sen sollte, wie man richtig sagt, eine Reihe schö-ner grünen Bäume. So auch: ^lberserzungenalter Griechischer Schriftsteller; von gezwirn-ter wcisser Seide, 4Mos. 39; voll aufrichti-ger reiner uneigennütziger dllenschcnliebe; ei-ne Sammlung ähnlicher Lateinischer Schrift-steller. Indessen ist es kein Wunder, daß derSprachgebrauch in diesen und den vorigen Fällenoft so schwankend und abweichend ist, weil die ganzeDeclination der Adjective und Bestimmungswörterso viele seine Unterschiede hat, daß die dunkele Em-pfindung, welche doch nur allein den Sprachgebrauchleitet, sie leicht übersehen und mit einander verwech-seln kann.
4. Eben dieses gilt auch, wenn mehrere Adjectivemit und oder andern Partikeln verbunden werden,sie mögen Bestimmungswörter vor sich haben odernicht: ein guter und frommer Mann; das al-te und baufällige Haus; altes und rostigesZNsen; mir gurem und reinen (auch wohl rei-nem) Gewissen; fo viele theils neue, theils er-weiterte, theils berichtigte Zxenntnijse Auchwenn die Adjective zu verschiedenen Substantivengehören, aber ein gemeinschaftliches vorher gehen-des Bestimmungswort haben, nach welchem sie sichinsgesammt richten müssen: mein ganzer Garsten, und neues Haus, und schönes Feld; derrechtschaffene Mann und getreue Bürger;um deiner vielen Chorheuen und mannigfal-tigen Vergebungen willen. Fehlerhaft sind da-