6Z4 r.TH. 2.Abschn. 5. Kap.
(2) Oder sie haben kein anderes Bestimmungs-wort vor sich, in welchem Falle sie im Nominativsowohl der Einheit als Mehrheit insgesammt nachder dritten Art gebeuget werden, folglich die vollstän-digen Biegungssylben annehmen: guter rveifserHafer; gurer alrer reiner N>ein; feines geglü-heccs Gold; altes rostiges Eisen. So auchim Plural: reiffe füß^ Früchte; schöne grüneGräser; fchone große Käufer, nicht fchonegrünen, schone großen, weil der Sprachgebrauches einmahl so hergebracht hat, im Nominative siealle gleich zu machen. So auch: andere guteSachen, ganze lange Tage, lange ganze Ta-ge, lange halbe Nächre, schwere volle Be-cher, leichte leere Garben. Wenn aber im Ma-sculino und Neutro er und es den bestimmten Ar-tikel ausdrücklich mit in sich schließen, so bekommtnur das erste Adjectiv die vollständige Biegung, diefolgenden aber nicht, weil der Artikel nur einmahlstehen kann: gedachter fromme alre Mann, fürder gedachte; besagtes große neue Haus, fürdas besagte; folgendes fchone große Merk,für das folgende, wo der nachstehende Artikeldeutlich hervor sticht.
So auch im Vocativ, welcher immer dem No-minative gleich ist: guter, alter Mann! liebes,bestes Aind! liebe, fromme Seelen!
In den Casibus obliquis wird eigentlich nurdas erste characteristisch gebeuget, die folgenden abernicht: guten rveisfen Hafers, gutem rveissenHafer; reiffer süßen Frucht; reiffer füßenFrüchte; guter alten reinen N)eine; feinerbemirrelren Leute Ainder; sich unzähligerschönen Nachrichten berauben; von feinem. dichten Golde. Indessen findet man doch auch
häufig