Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1782)
Entstehung
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640
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640 i. Th. 2. Abschn. 5. Kap.

eigentlich das Verbum ist bestimmt; so auch rvirhaben gentZg Mein, oder Mein genug, Geldübrig u. s. f. S. auch §. 734. Sollen sie ihrenBegriff einverleibt darstellen, so müssen sie erst con-cresciert, oder durch eine neue Ableitung zur Con-cretion geschickt gemacht werden: ein volles Glas,aller übrige Mein u. s. f.

III. Steigerung der Adjective.

Erklärung §. zu. Das Adjectiv ist der Nahme einer Eigen-derselben, schaft; in einer Eigenschaft aber lassen sich in vielenFallen eben sowohl mehrere Grade denken, als in derBeschaffenheit. Es müssen daher auch die Adjecti-ve in solchen Fällen, wo die Natur der Sache es er-laubet, fähig seyn, diese Grade an sich selbst auszu-drucken , d. i. sie müssen gesteigert werden können.Allein, im Deutschen geschiehet diese Steigerung,so wie in manchen andern Sprachen, nicht unmittel-bar an dem Adjective, d. i. an dem concrefciertenWorte, sondern allemahl an dem Adverbio, oderunconcrescierten Beschaffenheitsworte. Das gestei-gerte Adjectivum ist daher im Deutschen nichts an»derö, als das concrescierte gesteigerte Adverbium:Adv. süß, süßer, süßest; Acj. der süße Mein,ein süßerer Mein, der süßeste Mein; Adv.schön, schöner, schönst; Adj. die schöne Blu-me, eine schönere L-Iunze, die schönste Blusme. Es gehöret daher alles, was von der Steige-rung gesagt weröen könnte, eigentlich in die lehrevon dem Adverbio, wohin wir dasselbe auch verspä-ten, und hier nur folgendes bemerken wollen.

Arte» der §. ?i2. Eine Beschaffenheit, folglich auch eineCleige- Eigenschaft kann auf eine gedoppelte Art von einemrung. Dinge gesagt werden; entweder überhaupt und ohne

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