Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1782)
Entstehung
Seite
641
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Von dem Beyworte. §. Z12. 641

alle Bestimmung des Grades, d.i. der innern Stär-ke, oder mit deren Bestimmung. Im ersten Fallesiehet es im positiven Stande, oder es ist einpositives Veschaffcnhcirs- oder EigeiifKafrs-rvorr, weil es das, was es von dem Dinge sagt,ohne alle Rücksicht auf den Grad der Stärke sagt.

Der zweyte Fall, welcher aus diese innere Stär-ke Rücksicht nimmt, und selbige an dem Worte selbstbezeichnet, theilet sich im Deutschen, so wie in allenSprachen, welche dergleichen Wörter sieigern, wie-der in zwey untergeordnete Fälle. Entweder manvergleicht ein Ding mit einem oder mehrern andern,und legt demselben eine Beschaffenheit oder Eigen-schaft in einem höhern Grade bey, als dem andern;wird dieses an dem Worte selbst ausgedruckt, so stehetes im comparativen Stande, oder es ist ein com-paratives Veschaffenheirs - oder Eigenschafts-wort : die Rose ist schöner als die Narcisse,die Rose ist eine schönere Blume als die Nar-cisse. Oder es wird die Beschaffenheit oder Eigen-schaft eines Dinges über alle übrigen seiner Art,oder einer gewissen Art erhaben, und alsdann stehetes im superlariven Stande, oder ist ein super--larives Beschaffenheics 5 oder Eigenschafts-wort: ich danke gehorsamst, der gehorsamsteSohn. Um des Nachdruckes willen, oder viel-mehr, den höchsten Grad unumschränkt zu bezeich-nen, seßt man dem Superlative oft noch den Geni-tiv aller vor: der allergehorsamste Sohn, d. i.der gehorsamste Sohn unter allen.

Die gewöhnlichen Sprachlehren, nicht bloß derDeutschen, fondern fast alier übrigen Sprachen,nennen diese drey Zustände derBefchaffenheits- undEigenschaftswörter Gradus, und haben daher denÄdel.D.Spr. SS pojt-